Samstag, 7. Juni 2008

Jetzt geht es also los...

Der Ausnahmezustand wird eingeläutet. Fähnchen wohin das Auge reicht...
Das Fernsehprogramm der nächsten Wochen ist eine Zumutung.
Ich werde heute noch ein paar DVDs erstehen, um gerüstet zu sein.

Ach ja, selbst vor der Arbeit macht die EM nicht Halt.
Unsere Dachterrasse - bisher aufgrund der Megabaustelle im Garten der letzte Ort an dem man sich zur Mittagspause ein wenig hat zurückziehen können - ist zur Fanzone mutiert.

Roter Teppich und Flachbild-TV (in Übergröße, den hätte ich auch gerne) inklusive.
Natürlich herrscht dort nun Rauchverbot. Man darf aber natürlich weiterhin im nicht überdachten Teil der Terasse seine Pause verbringen. Allerdings wird das eine Stehparty, denn man hat vorsorglich alle Sitzgelegenheiten entfernt.
Naja, und bei Wind und Wetter draußen rumstehen ist irgendwie auch nicht so prickelnd.

Aber man kann dieser Veranstaltung ja auch nicht entgehen.
Fernsehen und Radio sind völlig darauf eingestellt. Kaum ein Geschäft in dem nicht zumindest Fähnchen hängen. Und selbst in kleinen, bisher netten, Cafes wurden Ferseher oder Leinwände angebracht...

Ich erkläre meine Wohnung hiermit zur Fußballfreien Zone. Es tut mir ja leid, aber ich kann mich für diesen "Sport" einfach nicht erwärmen... noch weniger für die gröhlenden Fans...

Ich lege mir mal ein neues Mantra zu.
"Auch die EM wird mal zu Ende gehen!"
(...hoffentlich schnell).

Freitag, 6. Juni 2008

Schnipp Schnapp...

Heute ist es soweit.
Mein armer Kleiner ist schon gaz durch den Wind.
Immerhin hab ich ihm gestern um 17:00 das Futter weggenommen. Und zwar jedes Schüsserl und auch alle Leckerlis. Er war ganz entrüstet.

Die Diva, die ja damit ebenfalls futtertechnisch auf dem Trockenen sitzt nimmt das mit absoluter Gelassenheit hin. Aber sie weiß mach den vielen Jahren mit mir ja, daß ich sie nicht verhungern lasse.
Der Kleine lebt zwar auch schon 10 Monate hier, aber der scheint sich da jetzt nicht ganz sicher zu sein - und versucht mich die ganze Zeit anzubetteln.

Jetzt tut er mir aber auch schon richtig leid...

Um 8:00 muß ich ihn in der Tierklinik abgeben - ein kleiner Horror für mich. Ich muß meinen Babybär abgeben und ohne ihn nach Hause fahren.
Aber zum Glück darf ich ihn am Nachmittag schon wieder abholen. Und wie ich mich kenne, werde ich dann furchtbar mit ihm mit leiden...

Ich weiß ja, daß es sein muß... aber wenn ich könnte, würde ich es uns beiden ersparen.

NACHTRAG:
Alles gut überstanden.
Als ich Katerchen um 15:30 abgeholt habe, war er bereits putzmunter. Sein erster Weg führte ihn - entgegen der Ansage des Tierarztes, lt. der er vermutlich erst im Lauf des nächsten Tages Fressen oder gar das Kisterl aufsuchen würde - estmal zum Wasserschüsserl, wo ausgiebig getrunken wurde, dann aufs Kisterl, und gleich darauf zum Futter, wo er erstmal den leeren Magen gefüllt hat.
Er lief sofort munter in der Wohnung rum, hat dann zwar auch noch eine Weile geschlafen, er scheint aber gar keine Schmerzen zu haben.

Zum Tierarzt müssen wir erst wieder zum Auffrischen der Impfungen, und das hat noch lange Zeit. Fäden, die gezogen werden müßten gibt es nicht - die Klinik hat nur subcutane Nähte verwendet, die sich auflösen.

Und heute, ist er schon wieder ganz der Alte. Fressen, Schmusen so als ob gestern nichts ungewöhnliches passiert wäre.
Einziger Unterschied. Er steht nicht mehr vor der Wohnungstür und schreit. ...

Puh, hätten wir das auch überstanden...

Donnerstag, 5. Juni 2008

Soooooo genial!

Ich habe eine Karte für We will rock you bei Ebay ersteigert.
Ja, ich weiß, ich hab es schon mal gesehen... aber wißt ihr was?

Beim zweiten Mal war es noch besser!!!!
Das Publikum hat getobt. Die Musik war irre laut, das Theater hat gebebt. Und das ist jetzt keine Übertreibung!

Ich hatte einen supertollen Platz in der 3 Reihe (und nicht mal die Hälfe des Originalpreises bezahlt).
Neben mir saßen zwei Frauen, die um einiges älter waren als ich und fein herausgeputzt, auf der anderen Seite ein gut gekleidetetes Ehepaar...
Ich schwöre euch, die haben gerockt, das war unglaublich.
Wir hatten einen Mordsspaß zusammen, obwohl wir uns noch nie zuvor gesehen haben. Und da wir permanent mitgeklatscht haben kam der Rest des Blocks in Zugzwang. Es war so cool.
Am Schluß stand das gesamte Publikum, hat mitgeshaked und geklatscht.

STIIIIIMMUUUUUUNG!!!!!!!

PS: Und sie mußte einige Male zurück auf die Bühne, weil das Publikum so getobt hat...
Irgenwann war es aber genug, da halfen auch die Zugabe-Schreie nichts, die durch das Theater schallten...

Mittwoch, 4. Juni 2008

Wenn ich könnte, wie ich wollte...

...würden manche Menschen ihre Termine wegen geistiger Leere einfach verlieren.
Und manchen Menschen würde ich gerne verbieten sich in die Angelegenheiten ihrer Angehörigen einzumischen...

Kann ich aber nicht - und von da her kann ich mir nur den Frust über solche Leute von der Seele schreiben.

Manche Menschen sind wirklich phantasievoll, wenn es darum geht Ausreden zu erfinden. Nur frage ich mich meist nach dem Sinn.

Man meldet sich ja im Normalfall nicht für eine Operation an, wenn man sie nicht wirklich braucht - ist ja nicht gerade ein Ausflug. Um so mehr erstaunt es mich, mit welchen Begründungen manche Leute ihre Termine kurzfristig (oder auch längerfristig) absagen.
Besonders, wenn ich dann bedenke, daß dies zu 90% jene Leute sind, die das nicht einmal tun, sondern immer wieder...

Hier meine persönliche Hitliste von Ausreden, die meiner Meinung nach dazu führen sollten, nie wieder einen Termin zu bekommen (was aber natürlich so nicht geht).

* Da kann ich nicht, da muß ich meine Winterklamotten aus dem Keller holen. (Und das geht natürlich nicht am Tag vor der Aufnahme im Krankenhaus).
* Nein, da ist es schlecht - ich will da nämlich noch Schwammerl suchen gehen. (Wenn ich so arge Schmerzen habe, daß ich nicht mehr gehen kann, krauche ich doch auch nicht im Wald rum, oder?)
* Oh, das geht leider gar nicht, für die Zeit habe ich einen Urlaub gebucht. (Man wird bei der Anmeldung über die Wartezeit informiert, warum bucht man also genau am Ende dieser Zeit einen Urlaub?)
* Das geht gerade nicht mein Kind/Partner/die Urstrumpftante ist krank. (Das kann vorkommen, aber bei jedem Termin, den wir anbieten?)
* Ein lieber Verwandter ist verstorben. (Tragisch, traurig - aber auch hier die Frage, bei jedem vorgeschlagenen Termin?)

Und nun mein absoluter Favorit in Sachen Ausreden:

* Ich habe den Brief nicht bekommen, in dem der Termin stand. (Und wo haben die Leute dann die genau Telefonnummer her, um abzusagen? Wieso kam der Brief nicht per Post an uns zurück?)


Angst vor einem Eingriff zu haben ist legitim. Auch der Wunsch, sich doch nicht unters Messer zu legen. Aber dann sollte man auch bitte offen sein, und das genau so formulieren. Wir stehen ja eigentlich nicht vor dem Krankenhaus und zerren Leute hinein, die wir dann operieren wollen. Eigentlich melden sich die Leute ja selbstständig an...

Auch sehr super ist die Aussage, die manche Leute verwenden, wenn sie zu spät zur Aufnahme kommen, oder einfach nicht zum nötigen Vorbereitungstermin kommen. "In meinem Brief stand das aber nicht. " Oder auch "Bei mir stand eine andere Zeit drinnen."

Ich sage es nicht gerne, aber glaube die Leute, daß ich bescheuert bin? Ich kenne die Briefe, die wir verschicken in und auswendig - was daran liegt, daß wir einen Stadardbrief verwenden, weil wir sonst den ganzen Tag damit beschäftigt wären nur diese Briefe zu verfassen. Und zusätzlich kann ich jeden Brief beliebig oft ausdrucken oder im PC ansehen - und genau das mache ich ehe ich anfange jemandem hinterher zu telefonieren. Ich habe den besagten Brief vor mir auf dem Bildschirm!
Aber das beeindruckt die Leute nicht - in ihrem Brief steht was anderes. Punkt.
Und wir müssen uns dann Lösungsvorschläge ausdenken...

Und manchmal sind es dann die Angehörigen, die mich zur Weißglut treiben.

Da wäre zum Beispiel die Familie X.
Frau X war bei uns und hat sie für eine OP angemeldet. Sie wurde über die Wartezeit informiert und hat sie zur Kenntnis genommen. Irgendwann hat die Schwiegertochter angerufen und sich beschwert, daß Frau X noch keinen Termin hat, und daß das eine Frechheit wäre, weil sie doch so schlimme Schmerzen hätte.
Weil uns ein Termin ausgefallen ist, haben wir Frau X dann angerufen - und was sagt sie?
"Aber der Arzt hat doch gesagt, die Wartezeit ist so und so lang - ich habe mich darauf eingestellt und meine Arbeit so eingeteilt. Früher geht es für mich jetzt gar nicht!"
Sie hat nicht einmal etwas vom Anruf ihrer Schwiegertochter gewußt.

Gut, wir haben den Termin anderweitig vergeben. Und nun ist die Zeit von Frau X gekommen. Wir haben ihr vor ein paar Wochen den Brief mit ihrem Termin zugeschickt. Und sie hat alle Punkte darin "abgearbeitet". Sie hat den Termin bei uns bestätigt. Sie hat die vorbereitenden Untersuchungen machen lassen, all ihre Befunde zusammengesucht und war dann (superpünktlich, obwohl sie ziemlich weit entfernt wohnt) zum Vorbereitungstermin bei uns im Haus erschienen. Sie hatte ihr Gespräch mit den Ärzten, bekam die Operation erklärt, konnte Fragen stellen. Alles super.
Gestern hätte sie um 9:00 zur Aufnahme kommen sollen.

Um 10:30 fiel mir auf, daß sie noch nicht im Krankenhaus erschienen ist. Telefonisch war sie nicht erreichbar, da sie nur eine Festnetznummer angegeben hat, an der sich jetzt nur ein Fax meldet.
Vielleicht hat sie ja mit dem Arzt vereinbart, daß sie erst zu Mittag kommen muß, wegen der weiten Entfernung und der Zugverbindung vielleicht? Ich frage mal bei ihrem Arzt nach. Der ist aber verwundert. Nein, die Besprechung verlief ganz ohne Sonderwünsche oder Anfragen.

Da sie kein Handy hat können wir nur warten - blöd, denn wenn sie nicht kommt haben wir einen OP-Platz ungenutzt und ein Bett leer, was also tun? Warten und es riskieren, oder sie streichen und akut jemanden anderen einberufen?
Wir warten - das OP-Programm ist ohnehin groß genug.

Um knapp 13:00 steht plötzlich die gesamte Familie da. Frau X nebst Sohn und Schwiegertochter. Frau X hat den Mund zu halten, der Sohn übernimmt das Reden. Und wie. Laut, unfreundlich und fordernd.

Er will, daß sofort der Primar kommt, um mit ihm zu sprechen, weil da gibt es noch offene Fragen zu OP. El Chefe ist aber im OP, und das wird noch eine Weile dauern. Die OP von Frau X ist doch erst für den Folgetag geplant, vielleicht kann der Arzt der die Aufnahme macht alle Fragen beantworten?
Nein, der Mann läßt seine Mutter nicht aufnehmen, ehe er nicht mit einem Arzt gesprochen hat. Wenn der Chef nicht gewillt ist, sich Zeit für die Patienten zu nehmen, dann soll gefälligst der Arzt kommen, der die Vorbereitung gemacht hat.
(Was heißt will sich keine Zeit nehmen? Chef steht im OP und arbeitet für die Patienten...?)
Gut, der gewünschte Arzt ist erst auf dem Weg in den OP - den erreiche ich und bitte ihn um seine Hilfe, er verspricht in ein paar Minuten bei der Familie zu sein. Er muß sich umschleusen, da er schon im OP war.

Ich sage der Familie, daß der Arzt in ein paar Minuten bei ihnen sein wird. Da meckert Sohnemann X wieder los. Warum erst in ein paar Minuten. Und das ist eine Frechheit. Da platzt mir der Kragen.
Ich erkläre ihm, daß es eine Frechheit ist, daß die Familie JETZT hier auftaucht und nicht um 9:00 wie es ihm Brief steht und wie es bei der Vorbereitung besprochen wurde, und daß es eine Frechheit ist, wie er hier auftritt, wo seine Mutter bereits alles bestätigt und hat sehr wohl informiert ist.
Und was ist seine Antwort? Richtig!
In unserem Brief steht nichts von 9:00 Uhr!!!
Nachdem ich ihm angeboten habe den Brief gerne nochmal für ihn auszudrucken, kramt er in der Tasche und befördert den Brief seiner Mutter zu tage und siehe da... da steht 9:00.
Das haben sie gar nicht gesehen - aber das ist eh egal, schließlich ist die OP erst morgen.
Die vorgeschriebenen Vorgehensweisen sind ihm doch egal...

Aber gut. Der Arzt kommt dann und beantwortet mit einer Engelsgeduld alle Fragen des Sohnes und seiner Frau. Frau X selbst sitzt gank klein und still in einer Ecke und sie tut mir leid - man kann ihr ansehen, wie peinlich ihr dieser Auftritt ist.
15 Minuten später sind scheinbar alle Fragen geklärt. Ich bitte die Familie jetzt in die Aufnahme zu gehen, und dann auf die Station, man wartet schon auf Frau X.
Die Antwort: Na jetzt gehen wir erstmal Kaffee trinken!!
Ich hab gedacht ich höre nicht richtig.

Aber gut, ich rufe auf der Station an, sage bescheid, daß es noch ein paar Minuten dauert... alles gut.

Dachte ich.
30 Minuten später steht Sohnemann X alleine bei mir im Büro schwenkt aufgebracht die Einerständniserklärung seiner Mutter vor meiner Nase rum.

Der Arzt hätte einen Fehler gemacht, und hat was falsches angekreuzt ich soll das jetzt sofort ändern.
ICH ändere da gar nichts, ICH bin nämlich kein Arzt.

Zum Glück ist gerade meine Lieblingsoberärztin bei mir im Büro. Sie erklärt bestimmt und ein wenig schroff (sie hat ja auch zuvor alles mitbekommen) daß ich das nicht darf und will wissen, wo jetzt das Problem liegt. Sie schnappt sich das Formular auf dem alles korrekt ausgefüllt ist.
Mit einem gewinnenden Grinsen im Gesicht will Sohnemann X - seines Zeichens Bauer - der Ärztin erklären, daß bei seiner Mutter eine ganz andere Operation geplant ist, weil er kennt sich da ja aus.

Meine Oberärztin dreht jetzt richtig auf. Sie bombardiert ihn mit Gegenfragen, die alle auf eine Sache hingehen. Frau X hat sich für diese und jene OP angemeldet und wurde dahingehen aufgeklärt, genau das steht auf dem Formular, wo ist jetzt das Problem.
Nach 2 Minuten ist Sohnemann X still.
Und die Oberärztin sagt ihm noch, wenn er das Formular jetzt nicht auf der Station abgibt, sodaß es bei den Unterlagen seiner Mutter zu finden ist, werden wir die OP morgen absagen.

Sie bietet ihm aber eine Kopie davon an, wenn er eine will...
Und was ist sein Statement?

Man muß ja aufpassen, daß die Pfuscher in Weiß alles richtig machen. Und in anderen Krankenhäusern hat man seine Mutter abgelehnt.
Wundert mich nicht, wenn der sich überall so aufgeführt hat und die Aufnahme seiner Mutter selbstständig torpediert...

*arg*

Montag, 2. Juni 2008

Unwetterwarnung...

... war für den gestrigen Tag ausgegeben worden. Die Metereologen warnten, daß es zwischen 14:00 und 20:00 in Wien zu heftigen Unwettern kommen kann.
Kaum vorstellbar, wenn man am Morgen so aus dem Fenster sah. Strahlend blauer Himmel, nur ein paar vereinzelte, harmlos wirkende Wölkchen.
Und eine Affenhitze.

Gegen Mittag hob sich dann ein lebhafter Wind, angenehm, weil etwas kühler, idealer Gegenpol zur Gluthitze, die allgemein herrscht.
Bin dann zu meiner Mama gefahren der ich einen Besuch versprochen hatte.
Schon beim Aussteigen aus der Straßenbahn war es nicht mehr so ungetrübt sommerlich. Zwar schien immer noch die Sonne, aber der Himmel hatte stellenweise eine eigenartige, fast weiße Farbe. Und der Wind legte nochmal ein wenig zu.

Alles in allem war es aber trotzdem ein herrlicher Tag. Mama und ich ließen und im Gastgarten unseres Stammeissalons einen Eiskaffee schmecken, bis so gegen 15:00 die Sonne immer mal wieder verschwand. Die ersten sehr dunklen Wolken waren da.
Wir beschlossen, daß wir nicht in ein Unwetter geraten wollten, also machten wir uns auf den Heimweg.

Am späten Nachmittag (eher frühen Abend) Anruf von Mama, daß wir uns gar nicht so hätten beeilen müssen, denn bei ihr wäre der Himmel strahlend blau.
Naja hier bei mir sah es "etwas" anders aus. Die Sonne war recht bald verschwunden, nachdem ich zu Hause angekommen war, und nun (es war knapp vor 18:00) bewegten sich zwei deutlich sichtbare Gewitterfronten aufeinander zu, man konnte die aufgeladenene Luft richtig spüren. Der Wind war absolut still und alles war in ein zartes Geld getaucht - deutliche Anzeichen für ein nahendes Gewitter.

Kaum hatte ich aufgelegt hatte man das Gefühl dem Weltuntergang beizuwohnen.

Erst hob sich ein Sturm, unvermittelt und heftig. Dann mischten sich Regentropfen in den Sturm. Handtellergroße Regentropfen, bei denen man das Gefühl hatte erschlagen zu werden, wenn einer traf.
Ich bin ganz fasziniert am Fenster gestanden und hab den Duft genossen. Diesen ganz speziellen Duft, wenn ein Gewitterregen losgeht, und den heißte Asphalt trifft, wenn die Erde der wenigen Grünflächen noch mit dem ungewohnten Nass kämpft.
Und dann öffnete der Himmel seine Schleusen.

Es schüttete derart stark, daß man das gegenüberliegende Haus kaum noch sehen konnte. Die Leute draußen suchten Schutz unter dem kleinen Vordach unseres Hauses und der Passage des gegenüberliegenden Hauses, einige drängten sich unter der Straßenbahnhaltestelle zusammen. Es dauerte nur einige wenige Minuten, dann konnten Kanäle und Erdboden die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, die da unvermittelt auf sie trafen.
Die Straße stand zentimeterhoch unter Wasser, Autos fuhren nur noch im Schritttempo und veranstalteten wahre Wasserspiele aus Fontänen und Wellen.

Und dann ein Blitz, irre grell, und sofort darauf ein Krachen, daß (und das ist keine Übertreibung) das Haus gebebt hat. Da hat wohl der Blitz ganz in der Nähe eingeschlagen. Mein Versuch Mama anzurufen scheitert. Kein Netz. Hat wohl die Handymasten erwischt - wie bei fast jedem schlimmen Unwetter bisher.
Und dann war das Gewitter wirklich da. Blitz, Donner und sintflutartiger Regen, der überhaupt nicht weniger werden wollte.

Über eine Stunde ging es so. Die Katzenkinder waren in der Küche eingesperrt, sodaß ich meine Fenster weit öffnen und die Gewitterluft in meine Wohnung lassen konnte.

Dann Anruf von Mama (auf dem Notfalltelefon, weil noch immer kein Handnetz). Bei ihr war das Gewitter bei ei strahlendem Sonnenschein losgegangen. Sonne, und dann ein Donnern, und bei schönstem Sonnenschein fing es zu schütten an und der Wind hob sich.

Die Sonne war aber recht schnell verschwunden - und während es hier, am anderen Ende von Wien, wie aus Eimer schüttete hat es bei ihr zu hageln begonnen. Und zwar so extrem, daß binnen Minuten alles weiß war.

Das Unwetter hier schien sich im Kreiz zu drehen immer wieder liß der Regen nach und wurde wieder stärker, das Donnern kam näher und zog weiter. Kurzfristig konnte man drei Gewitterfronten beobachten, die sich gegenseit "anzustacheln" schienen. Ein Blitz und Gegrummel von der linken Front, wie als Antwort ein Blitz und etwas lauteres Donnern von rechts, und dann - gerade so als wäre da ein heftiger Streit im Gange - ein greller Blitz und Knall genau über uns.
Nachdem es um kurz vor 21:00 Uhr (also fast 3 Stunden nach seinem Beginn) endlich zu regnen aufhörte, dachte ich, daß es vorbei war. Aber die Ausläufer kamen die Nacht über immer mal wieder zurück. Allerdings nichts mehr so heftig...

Und jetzt sieht es so aus, als wäre nie etwas gewesen.
Das Wasser ist restlos abgeflossen, und nur noch einige kleine Pfützen sind zu sehen, der Himmel ist blau, und die Luft ist klar obwohl es bereits jetzt 16 °C hat.

Und was lernen wir daraus?
Manchmal haben die Wetterleute doch recht.

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