Gedanken
...macht mich echt fertig.
Vom Euronen-Schock am Donnerstag habe ich mich schon ein wenig erholt, eigentlich hätte ich mir für 200 Euro gerne was anderes geleistet, aber man kann es halt nicht ändern. So habe ich das Geld einfach in meine Sicherheit investiert und kann mir sicher sein, daß meine Gastherme einwandfrei funktioniert.
Aber das Wetter spielt mir übelst mit.
Obwohl ich dick bin und man uns dicken gerne nachsagt, daß wir alle Bluthochdruck und ähnliche Beschwerden haben, tümpelt mein Blutdruck irgendwo an unteren Ende des normalen Meßbereiches herum. Das war schon immer so.
Und diese Hitze tut mir nicht gut. Der Kreislauf befindet sich irgendwo im Keller, und das wo ich doch im ersten Stock wohne.
Und mir ist elend heiß, weil meine kleine Wohnung Südlage hat und das Haus so steht, daß wirklich von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends die Sonne auf die Fassage knallt. Bei mir ist es bereits so warm in der Wohnung, daß mein PC sich nach spätestens einer Stunde notabschaltet. Gemessene 37 Grad hat es in meinem Zimmer. Da hilft nur ein Ventilator, der PC und meine Füsse anpustet, wenn ich was arbeiten will.
Bereits um 8:00 Uhr morgens hatte es heute 22 Grad, das verspricht wieder ein wahrer Hochsommertag zu werden.
Und das am 1. Juni.
Und alle Welt freut sich. In den Nachrichten kündigen die Wetterleute das Ganze als Sensation an. SO heiß war es im Mai noch nie.
Und alle Welt freut sich noch mehr, rennt in die Bäder, hat die Sommergarderobe bereits ausgemottet und wo man hin sieht Flip Flops, Sandalen und sehr wenig Stoff.
Daß diese Hitze Beweis dafür ist, daß unser Klima endgültig beim Teufel ist, interessiert im Sommerwahn scheinbar niemanden.
Wie war es denn noch vor ein paar Jahren?
Erst war Winter, da war es kalt (na na ned) und es lag Schnee.
Schnee kennen wir beinahe nur noch aus den Nachrichten, wenn die Skigebiete gezeigt werden. In Wien selbst hält sich die weiße Pracht in Grenzen.
Dann wurde es langsam wärmer. Ich erinnere mich daran, daß wir uns, als ich ein Kind war, immer feststellten, wenn wieder ein Grad mehr in der Vorschau gezeigt wurde. Wenn es von Minusgraden ganz langsam in den "warmen Bereich" ging.
Dann kam die Zeit, daß man die ganz dicke Winterjacke gegen eine etwas dünnere Winterjacke ersetzen konnte, weil es eben keine Minusgrade mehr hatte - und man begann sich darauf zu freuen, daß nun bald die "Übergangszeit" käme.
Erinnert sich noch jemand an diese Zeit im Jahr, die wir ursprünglich zwei mal hatten, und nach der wir sogar Jacken und Mäntel benannt hatten?
Es war die Zeit, in der man nur noch einen Pulli anhatte, aber eine dünne Jacke oder einen schönen Mantel darüber. Es war die Zeit in der die Natur erwachte und der milder werdene Frühling uns zum Spazierengehen einlud.
Und es war die Zeit in der Herbststürme unsere Drachen in den Himmel hob und wir beobachteten wie die Bäume langsam bunt wurden und schließlich die Blätter abwarfen.
Und zwischen dieser Übergangszeit lag dann der Sommer. Er begann meist zögerlich, aber jeden Tag wurde es ein wenig wärmer, bis schließlich Ende Juli, Anfang August, sein Höhepunkt erreicht war, wir Kinder nicht genug von Eis bekommen konnten, und da Ferien waren, eigentlich jede freie Minute im Schwimmbad - und da, wenn wir kein Eis gegessen haben - im Wasser zu finden waren.
Heute sieht das anders aus.
Nach dem Winter - was ein wirklich strenger Winter ist, wie ihn unsere Großeltern und zum Teil Eltern erlebt haben, das wissen wir Stadtkinder nicht mehr - der aktuelle Winter ist nicht mehr hart, aber hartnäckig und erweist uns die Ehre vom "Herbst bis in den Frühling hinein, kommt der "Vorsommer".
Das ist dann die Zeit, wo es heute 6°C hat, und morgen 20°C. Es ist die Zeit, wo man tagsüber nicht weiß, was man ausziehen kann, weil ja überall noch geheizt wird, und in der Nacht bzw. in der Früh wenn man in die Arbeit fährt sind die Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt angesiedelt.
Und weil man aus Prinzip falsch angezogen ist, und entweder morgens oder abends fast erfriert, oder mittags in der eigenen Soße gart wird man krank. Grippewelle heißt das Phänomen dann, und die Pharmaindustrie freut sich, da sie Riesenumsätze mit Grippemedikamenten macht.
Aber die Zeit dauert nicht lange, gerade lange genug um eine deftige Verkühlung zu haben. Und dann, von heute auf morgen ist er da. Der Hochsommer.
Er schleicht sich von hinten an, kommt völlig unvorbereitet. Gestern noch 15°C, heute schon doppelt so warm. Man sieht in den Öffis kleidertechnisch alles vom Wintermantel bis zum bauchfreien Top.
Und es kühlt auch nicht mehr ab.
Früher war es so, daß man selbst im Sommer eine leichte Weste mitnehmen mußte, wenn man abends draußen sein wollte. Gerade wenn man am Wasser unterwegs war. In der Nacht kühlte es ein wenig ab. Natürlich war es nicht kalt, aber man konnte durchatmen, die Fenster öffnen, und ... man konnte sich von der Hitze des Tages erholen.
Heute ist es nicht mehr so. Es ist nicht nur heiß, sondern auch schwül. Und in der Nacht fällt die Temperatur nicht mehr wirklich ab. Man bekommt nur warme Luft ab, wenn man das Fenster öffnet. Selbst der Wind gleicht mehr einem warmen Fön.
Erinnere ich mich an die letzten Tage ... Schlaf finden war Luxus, es war einfach zu heiß. Man hat ohnehin schon fast nichts mehr an, und die Decke liegt am äußersten Ende des Bettes und trotzdem schwitzt man ohne Ende. Und tagsüber hat man nur das Nötigste an, und man kann gar nicht so viel trinken, wie man schwitzt...
Und das im MAI!!!!
Das war früher die Zeit in der es ein paar wärmere Tage gab, an denen wir Kinder unsere Eltern angebettelt hatten, daß wir ein Eis bekamen. Wo man sich gefragt hat, wozu eigentlich die Bäder schon aufmachen, und wo nur die Jahreskartenbenutzer in ihren Liegen im Bad einsam und verlassen die frische Luft genossen haben.
(Meine Großeltern waren solche Leute, die dann im Jogginganzug in ihrer Liege auf der Liegewiese saßen. Oma hat gestrickt und Opa war Tischtennis spielen oder Kartenspielen - der frischen Luft wegen. Die Bademeister hatten sehr wenig zu tun, weil nur ein paar "Hardcoreschwimmer" sich in die kalten Fluten wagten.)
Ja, wir haben das Klima nachhaltig verändert.
Der Hochsommer schließt fast übergangslos an den Winter an, die Bäume verändern ihre Farbe spätestens im August... und mal sehen, vielleicht haben wir es in ein paar Jahren geschafft, daß wir Weihnachten bei 30° feiern können, und dafür in den Sommerferien skifahren gehen können...
Die wilde Rose - 1. Juni, 09:16
Gefunden im
Fetzenblog habe ich heute einen Hinweis auf ein Lied, daß mir Gänsehaut im negativen Sinn beschert hat.
Das besagte Lied, das im Internet bereits als "Vergewaltigungspolka" betitelt wird, wurde inzwischen aus Youtube entfernt, was allerdings nichts daran ändert, daß der Inhalt eigentlich mehr als bedenklich ist...
Grob zusammengefasst singen die beiden Damen in diesem Video von der "Tatsache" daß Männer lernen müssen, daß man Frauen quasi zu "ihrem Glück" zwingen muß, wenn man ihnen näher kommen will und daß wenn eine Frau zweimal Nein sagt, sie eigentlich Ja meint.
Ich kann verstehen, daß dieses Lied seinen neuen Namen wegbekommen hat. Denn wenn nur ein paar Männer die Ratschläge in diesem Lied beherzigen...
Ich verstehe das nicht. Ehrlich nicht. Mir ist zwar klar, daß die beiden Frauen ihre Texte wohl eher nicht selbst schreiben, aber welche Frau die Herrin ihrer Sinne ist, singt sowas?
Ich meine wenn man in der Öffentlichkeit etwas vorträgt, dann sieht die Gesellschaft die vorgetragenen Inhalte als die Meinung, ja, die Botschaft des Menschen an, der sie vorträgt.
Deshalb, und weil diese Menschen über diverse Medien eine große Zahl von anderen Menschen erreichen gelten gerade Sänger als Vorbilder. Und gerade deshalb sollten sie besonders darauf achten, was sie sagen, und tun. Finde ich.
Ich mag manchmal Schlager, das gebe ich zu, und dazu stehe ich, weil diese Lieder normalerweise so herrlich kitschig sind. Mit Volksmusik kann ich nicht so viel anfangen, aber egal.
Nur scheint es so, als würde ein Trend, den man schon im "normalen" Musikgeschäft beobachten kann, nun auch in die "heile Welt" von Schlager und Co. übergreifen.
Seht euch doch mal die aktuellen Musikvideos an, die Frau an sich wird in den meisten Machwerken als Objekt dargestellt. Als Fantasiewesen, das stets willig, knapp bekleidet und aufreizend ist. Selbst die angeblich so starken Frauen im ShowBiz, wie man so schön sagt, setzen in ihren Videos auf Sex. Sagen wir es wie es ist.
Die Kleider werden immer knapper, die Bewegungen immer fordernder und aufreizender. Die Tanzeinlagen sehen zumeist wie Fruchtbarkeitstänze aus. Und mehr als einmal wird in diversen Videos der Geschlechtsakt an sich angedeutet - mal mehr und mal weniger deutlich.
Sex sells. Das haben die meisten erkannt. Aber wo führt das hin?
Ich meine, es ist natürlich wichtig, Sexualität als etwas natürliches anzusehen, und auch offen darüber zu sprechen, wenn es angebracht ist. Aber das??? Wo führt uns der Weg hin, der nun eingeschlagen wurde?
Wenn Frauen sich selbst auf die Bühne stellen, und sich unter dem Deckmantel der "Gleichberechtigung" als Schlampe bezeichnen, für die Sex eine Art Druckmittel ist. Wenn in der heilen Schlager- und Volksmusikwelt davon gesungen wird, daß man Frauen belästigen soll, und daß ein Nein gar nicht mehr Nein bedeutet.
Ob diese Frauen schon mal mit jemandem gesprochen haben, der genau diese Erfahrung gemacht hat? Ob sie schon mal einen Menschen getroffen haben, der Nein gesagt hat, was als Ja aufgefaßt wurde? Oder ob sie schon mal in einem Frauenhaus waren, und das Leid in den Augen der Betroffenen gesehen haben?
Ich glaube nicht - aber es ist auch angenehmer die Augen zu verschließen und nicht weiter zu sehen, als die Nasenspitze reicht.
Traurig aber wahr... Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter ist nur ein Schlagwort. Und das wird so bleiben, solange es Frauen gibt, die das Bild unterstützen, das gerade die Musikbranche von der Frau prägen will...
Die wilde Rose - 18. Mai, 10:09
Es ist unbeschreiblich und unfaßbar, was da in Amstetten passiert ist. Abgesehen davon, daß ich mir nicht vorstellen kann und will, was genau da in den letzten Jahren in einem kleinen Kelleranbau vor sich gegangen ist, kann ich nicht verstehen, daß niemand etwas bemerkt hat. Noch nicht mal die Mutter des Opfers.
Aber abgesehen davon verstehe ich die Welt nicht mehr.
Klar, daß in den Nachrichten darüber berichtet wird. Da ist etwas Unglaubliches geschehen.
Oder nein, eigentlich nicht klar...
Anders als im Fall der guten Frau Kampusch, deren Verschwinden ja bereits durch die Medien geschleift wurde, weswegen auch ihre Flucht "interessant" war - wurde dieser Fall damals ja nicht in den Medien breitgetreten, oder?
Hätte da eine kleine Schlagzeile nicht ausgereicht? Mußte der Fall dieser Frau wirklich um die Welt gehen? War es wirklich nötig, den kompletten Namen im Fernsehen zu sagen?
Die Opfer bekommen wahrscheinlich eine neue Identität. Das ist gut, so können sie hoffentlich irgendwann von vorne beginnen, ein richtiges Leben anfangen. Aber muß man das in die Medien bringen?
Ist dieser Fall so weltbewegend, daß man selbst in Amerika oder England davon berichtet? Ich stolperte hierzu über die Schlagzeile: "Was leben in diesem Land (Österreich) für Menschen?"
Wie jetzt was hat das Land damit zu tun, oder dessen Einwohner? Österreich ist ja wohl ein wenig größer, als das Grundstück in Amstetten. Und wenn selbst direkte Nachbarn nichts gesehen und gehört haben wollen... was haben dann Menschen im Rest von Österreich mit dem Fall zu tun?
Die Auswüchse des Dramas werden immer größer.
Frau Kampusch, die gerade erst laut überlegt hat, das Land auf ein paar Jahre zu verlassen, um vor den Medien zu fliehen (war es nicht sie, die immer wenn es ruhiger um sie wurde ein neues Interview gegeben hat, neue Einblicke in ihr Leben gewährt hat und dann sogar mit einer eigenen Show ins Fernsehen wollte?) nutzt diese Schlagzeilen um sich selbst mal wieder in die Öffentlichkeit zu bringen und bietet den Opfern medienwirksam ihre Hilfe an.
Das ist sehr nett von ihr - hätte aber nur dann für die Opfer Sinn gemacht, wenn sie das nicht in die Welt hinaus posaunt hätte.
Mit ihr als "Gesprächstherapeutin", werden die Opfer aus Amstetten immer Opfer sein. Und immer wieder in die Medien gezerrt werden.
Dem Täter wird medienwirksam der Prozess gemacht werden. Immer mehr schreckliche Details werden bekannt werden. Doch diese werden nicht etwa durch Fachleute mit den Opfern aufgearbeitet werden, nein, sie werden in dicken Schlagzeilen um die Welt gehen. Und immer wieder werden sie in das Licht der Öffentlichkeit geholt werden.
So werden die Opfer niemals ein neues, ein im Anstatz normales Leben führen können.
Der Fall wird noch eine Weile die Nachrichten füllen, so als gäbe es keine anderen Nachrichten mehr. Und solange das der Fall ist werden die wirklich Betroffenen keine Ruhe finden...
Und das macht mich fast noch wütender als die Tatsache, daß das alles überhaupt passiert ist.
Die Vergangenheit kann man nicht ändern. Niemand kann das.
Aber die Gegenwart hat man in der Hand und die Zukunft kann man gestalten...
Die wilde Rose - 30. April, 05:43
Gestern am Heimweg wurde mir bewußt, wie gut ich es eigentlich habe, bzw. was ich eigentlich habe.
Da stieg ein alter Mann in die Straßenbahn ein. Er hatte einen seltsamen, mürrisch-verstörten Gesichtsausdruck.
Ein Junge stand sofort auf, um dem Mann seinen Platz anzubieten.
Der Alte nahm Platz und dann ging es los.
Erst wurde der Junge beschimpft, weil er Ausländer war. Ich wurde beschimpft weil ich "fett" bin, die Frau neben mir, weil sie eine, wie ich finde, geniale Haarfarbe hatte - so ein richtiges Rot. Ein Mann weil er "so blöd schaute".
Je mehr der Alte schimpfte, desto milder wurden die Blicke ringsum. Ganz offensichtlich hatte der Alte eine "Störung" geistiger Natur.
Kurz darauf führte er ein Gespräch mit jemandem der nicht da war und danach beschimpfte er seine Hunde, die absolut nicht gehorchen wollten - was in erster Linie daran lag, daß sie nicht da waren.
Ich saß da so, und versuchte beim Fenster rauszusehen. Ich fragte mich ernsthaft, warum ich mich über Kleinigkeiten wie Übergewicht oder einem gerissenen Seitenband im Knie so aufrege.
Im Großen und Ganzen bin ich gesund. Ich bin Herrin meiner Sinne, bin mir der Welt in der ich lebe bewußt und kann mit den Menschen darin interagieren.
Ich weiß natürlich nicht, wie dieser alte Mann seine Umwelt wahrnimmt, oder auch sich selbst. Aber trotzdem durchflutete mich eine Welle der Dankbarkeit.
Ich bin dankbar dafür, daß ich einfach ich sein kann. Mit allen Gedanken die ich habe, mit allen Gefühlen die in im wohnen. Ich bin dankbar, daß ich fähig bin mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, Entscheidungen zu treffen und auch Fehler zu machen. Ich bin dankbar, daß ich aus meinen Fehlern lernen kann.
Es ist verrückt irgendwie. Man rennt Idealen nach, die man nicht oder nur sehr schwer erreichen kann. Man versucht sein Leben mit Dingen aufzuwerten, die man mit Geld kaufen kann und ist am Boden zerstört, wenn man das Geld dafür nicht hat. Wir kritisieren fast ständig unser Äußeres. Regen uns über Falten, oder ähnliche Belanglosigkeiten auf und fixieren am Äußeren, wie die Welt uns wahrnehmen soll.
Dabei haben die meisten von uns etwas sehr Kostbares und Wertvolles. Und doch sind wir uns gar nicht bewußt, welches Geschenk wir bekommen haben.
Wir sind gesund. Geistig und mehr oder weniger körperlich.
Ich habe mir gestern vorgenommen, in Zukunft öfter mal darüber nachzudenken, was ich in meinem Leben an positiven Dingen finde, anstatt mich über scheinbar negative Dinge aufzuregen.
Ich möchte versuchen, mir bewußt zu machen, was wirklich wichtig ist...
Die wilde Rose - 22. April, 05:38
… damit würde ich dann ein paar Monate in die Zukunft reisen.
Warum ein paar Monate in die Zukunft und nicht gleich ein paar Jahre? Oder zurück in lang vergangene Zeiten?
Ganz einfach…
Mir geht es nur darum der Euro 2008 zu entgehen.
Ich kann es nicht mehr hören, und zähle mich definitiv nicht zu den “allen Österreichern”, die sich laut den Medien ja so sehr auf dieses Fußballereignis freuen.
Ich selbst kann mit Fußball einfach nichts anfangen, weil ich es einfach dämlich finde, daß knapp 20 Männlein, von denen sich nun wirklich jeder einen eigenen Ball leisten könnte, 90 Minuten und länger einem Ball nachrennen. Weil es mich ankotzt, daß bei kaum einer anderen Sportart derart bescheuerte Fans rumlaufen. Jetzt werde ich sicher gesteinigt. Aber wer mir nicht glaubt, der soll mal in der U-Bahn fahren, wenn in einem Stadion ein Match ist. Nichts gegen die Fan-Outfits. Was mir auf die Nerven geht, ist das Gegröhle in der U-Bahn. Zum Teil Stunden und Kilometer vor dem Spiel. Und daß aus Prinzip in einem Wagon der U-Bahn zwei “verfeindete” Fangruppen sitzen, die sich erstmal einen verbalen Kampf liefern, mit anfeuerndem Gegröhle für ihre eigene Manschaft, die nicht selten in verbalen Ausfälligkeiten und Handgreiflichkeiten gipfeln.
Ich habe auch noch nie von randalierenden Ski-Fans oder Tennis-Fans gehört. Nach großen Fußballspielen kann es aber schon mal zu zerstörten Fensterscheiben, und anderen lustigen Begleiterscheinungen kommen.
Aber ich schweife ab.
Die Euro 2008.
Ich kann es nicht mehr hören. Es ist egal wo man hingeht. Man bekommt dieses Großereignis unter die Nase gerieben. Werbungen auf Lebensmitteln, im Fernsehen, im Radio. Ja sogar die Kirche (von der ich jetzt eigentlich auch nichts halte) setzt auf dieses Großevent um Schäfchen zu fangen.
Und das alles wird ja soooo toll für die heimische Wirtschaft werden.
Ich sehe jetzt schon Verkehrschaos (Straßensperren, eingestelle oder umgeleitete Öffis wegen der Fanmeilen), völlig überfüllte Öffis, weil sich die Intervalle sicher nicht verändern werden und ähnliches auf uns zu kommen.
Ach ja, in Österreich, so habe ich mir sagen lassen, haben wir gutes Bier. (Kann ich jetzt nicht beurteilen, weil ich keines trinke). Die meisten Fußballfans trinken Bier. Aber während der Euro 2008 werden sie kein österreichisches Bier in den Stadien und auf der Fanmeile trinken. Nein, da werden LKW-Ladungen ausländisches Bier angekarrt, weil es die Veranstalter so wollen. Wen stören da schon die unnötigen zusätzlichen Schadstoffe, die durch diese extra Lieferungen Bier ausgestossen werden?
Ich habe mir fest vorgenommen, ausfindig zu machen, wo welche Veranstaltungen laufen, nur um planen zu können möglichst weit von diesen Orten entfernt zu sein.
Und ich muß vor der Euro 2008 unbedingt eine DVD-Offensive starten und mir ein paar Filme zulegen, die mich über die Fernsehprogramm-Misere helfen werden. Denn wir haben beim ORF zwar einen eigenen Sportsender… Aber ich bin mir sicher, daß die Fußballspiele alle auf ORF 1 laufen werden, und so jegliches Fernsehprogramm ausschalten werden. Und gut, daß ich eine ansehnliche CD-Sammlung besitze, denn vermutlich wird man auch das Radioproramm total auf Fußball einstellen.
Man kann alles übertreiben…
Und von daher…
Ich wünsche mir eine Zeitmaschine.
Ich möchte nicht wissen, was die Zukunft bringt, und mich auch nicht in frühere Zeiten flüchten. Aber die Euro 2008, die hätte ich gerne schon hinter mir.
Die wilde Rose - 8. April, 21:02
Gestern spät abends, Rumgewälze nach links und rechts ohne die passende Schlafposition zu finden... Manchmal schaltet sich bei solchen Aktionen ungefragt das Hirn ein und beginnt Gedanken zu produzieren, die anstrengend sind...
Gestern war es die Frage, wessen Leben ich hier eigentlich lebe. Meines wohl eher nicht... denn ich hatte mir schon immer das genau Gegenteil für mich erträumt. Das Gegenteil von allem was nun ist.
Mit 30 wollte ich eine glückliche Familie haben. Ich wollte bereits eine ganze Weile verheiratet sein, und zwei Kinder haben.
Ich träumte von einer schönen großen Wohnung oder einem kleinen Häuschen am Stadtrand. Gemütlich eingerichtet, hell und freundlich.
Schon als Kind hatte ich genaue Vorstellungen von meiner beruflichen Laufbahn...
Und dann kam plötzlich alles anders.
Beruflich mußte ich mich aus gesundheitlichen Gründen umorientieren, ich mag meinen aktuellen Job - auch wenn er ganz anders ist, als das, was ich ursprünglich wollte, und wenn ich auf Umwegen dorthin kam.
Familientechnisch war ich auf dem richtigen Weg, als ich (doch recht jung) geheiratet habe. Doch die Kinder wurden in die Warteschleife gelegt. Erst mal was erleben, schön urlauben, was Aufbauen...
Urlaub gab es in den vergangenen 10 Jahren einmal. 5 Tage in England. Erlebt haben wir, sieht man von beruflichen Einbrüchen und Tiefschlägen ab, nicht gerade viel. Und zum Aufbauen... naja, irgendwie wurde noch nicht mal die gemeinsame Wohnung renoviert, da ständig was dazwischen kam.
Und dann wurde unsere Ehe von meinem Ex-Mann beendet.
Der letzte Traum aus Kindertagen löste sich in Luft auf.
Da läuft doch was schief.
So war das nicht geplant.
Das find ich nicht mehr witzig...
Jetzt heißt es neue Träume träumen. Neue Wege beschreiten und Umorientieren.
Oder einfach mal "Laufen" lassen, und sehen was passiert?
Schon lustig.
Als mein Schwesterlein und ich noch jünger waren, sah jeder der uns kannte unsere Zukunft vor sich. Ich als glückliche Mutter und wahrer Familienmensch. Sie als Jägerin einer Karriere, frei und wild.
Und nun ist es genau umgekehrt.
Sie hat eine kleine Familie und arbeitet mit dieser auf ein Häuschen hin.
Und ich... ich sitze in einer klitzekleinen Wohnung und bin mit meinem Job verheiratet und genieße die Freiheiten des Singledaseins...(mal mehr mal weniger).
Interessant, wie das Leben spielen kann...
Die wilde Rose - 29. Februar, 05:30
… Warum kränkt es mich, dass meine Ex-Schwiegermutter mich nicht mehr kennt?
… Warum wurmt es mich, dass sie per Sie mit mir ist?
Und alles nur, weil die Post zu blöd für alles ist.
Da kommt ein Brief zu meiner Mama – wegen einem Nachsendeauftrag, den es seit 6 Monaten nicht mehr gibt.
Und dann auch noch ein Brief, der eigentlich an meine Ex-SchwiMu adressiert ist.
Aus einem Krankenhaus. Also reiße ich mich am Riemen und rufe bei meinen Ex-Leuten an, um nachzufragen, was wir mit dem Brief machen sollen (zu ihr schicken, oder lieber an meinen Ex-Mann, was ist ihr lieber, wie bekommt sie ihn schneller– kommt ja darauf an, wie wichtig das Schreiben ist). Habe prinzipiell mit beidem kein Problem.
Und so spreche ich mit dem Ex-Schwiegervater, der freundlich klingt wie immer (der einzige, der mir aus dieser Familie abgeht) nur hat der keine Ahnung um was es geht und reicht mich weiter.
„Es ist die Rose“ „Welche Rose?“
Ich leiere noch mal meine Erklärung runter nachdem ich sichergestellt habe, dass sie weiß, wer ich bin. Dann bittet sie mich den Brief zu ihr nach Hause zu schicken, da er wichtig ist, und sie schon eine Woche darauf wartet. Und das tut sie mit den Worten:
„Könnten Sie mit den Brief bitte an meine Wohnadresse schicken?“
Nach meiner Bestätigung legt sie mit den Worten. „Danke, auf Wiederhören“ auf.
Ich habe mir ja kein Gespräch oder so erwartet – hab ja schon in meiner Ehe nicht gewusst was ich mit ihr reden soll, aber dass sie so tut als wäre ich eine völlig fremde Person, nachdem ich 10 Jahre Teil ihrer Familie war…
Das tut jetzt schon irgendwie weh.
Die wilde Rose - 18. Februar, 10:17
Heute nacht hatte ich einen Albtraum.
Einige Male bin ich aufgewacht, doch wenn ich wieder eingeschlafen bin, träumte ich einfach dort weiter, wo der Traum zuvor unterbrochen wurde.
Ich habe geträumt, daß ich mir die Miete für meine Wohnung nicht mehr leisten kann, und auf der Straße stehe, daß ich ohne Wohnung meinen Job verliere...
Und das Schlimmste daran ist... so abwegig ist das gar nicht.
Nachdem alle Fixkosten bezahlt sind, bleiben mir exakt 40 Euro im Monat übrig, mit denen ich im Prinzip tun kann, was ich will.
Nur wie es aussieht nicht mehr lange.
Da reden die Politiker groß davon, daß was getan werden muß, weil manche Menschen sich das Leben nicht mehr leisten können. Sie sprechen davon Lebensmittel und Energie wieder billiger machen zu müssen. Und was passiert?
- Die Miete wird um satte 3% angehoben
- Gas und Strom werden schon wieder teurer (obwohl die letzte Preiserhöhung kaum hinter uns liegt
Naja, damit war es das vermutlich für meine "freien" 40 Euro. Und künftig gibt es dann neue Kleidung, und andere Dinge die das Leben vielleicht schöner machen nur noch zu Weihnachten.
Was ich dann allerdings mache, wenn die nächste Teuerungswelle kommt, weiß ich noch nicht. Denn dann ist es so, daß meine Fixkosten mein Einkommen übersteigen, und das obwohl ich bereits Vollzeitarbeite...
*grusel*
Ich glaube ich muß bald eine "Lebensgemeinschaft" mit irgendjemandem eingehen, wenn das so weitergeht...
Die Entwicklung in diesem Land ist fast schon schlimmer als jeder Albtraum.
Die wilde Rose - 10. Februar, 11:42
... und ich kenn den Weg...
Es ist interessant zu hören, wie andere Menschen einen selbst einschätzen.
Gerade in den letzten Monaten habe ich immer wieder zu hören bekommen, wie stark ich doch wäre, und wie großartig ich mein neues Leben in den Griff bekommen habe. Wie schnell ich mich gefangen habe und zu kämpfen begonnen habe...
Doch eigentlich bin ich nicht stark.
Ich habe - so wie meine Schwester auch - von unserer Mama eine besondere Erziehung bekommen. Unsere Mama erzog uns zur Selbstständigkeit. Sie hat uns immer viel Liebe gegeben (und das tut sie auch heute noch), aber sie hat darauf geachtet, daß wir auf unseren eigenen Beinen stehen können. Sie hat darauf geachtet und zu vermitteln, daß wir unabhängig sind.
Und diese Erziehung war es, die ganz automatisch ansprang, als ich damals vor einem Jahr auf dem Boden lag. Ich wußte instinktiv, daß niemandem, und mir selbst am wenigsten, damit geholfen war, wenn ich in Selbstmittleid verfalle. Also habe ich mir immer wieder gesagt, daß das Leben weitergeht. Ich habe den Schmerz ignoriert und habe mich darum gekümmert, daß es weitergehen kann.
Es war ja auch genug zu tun.
Klar hätte ich ein paar Monate bei Mama bleiben können - ja selbst ein Jahr und länger, bis genug Geld da gewesen wäre um eine Wohnung anzumieten. Mama hat es immer wieder betont. Und irgendwie haben wir beide es genossen, daß wir nicht alleine waren. Aber mir war auch klar, daß sich nichts verändert, wenn ich einfach abwarte.
Also habe ich den Schmerz von damals kanalisiert und in Kraft umgewandelt, die mich nach vorne getrieben hat. Die mich auf die Bank gehen ließ, die mich nach einer Wohnung suchen ließ.
Doch die Stärke, die so viele in dieser Zeit bewundert haben, war nur eine Maske. Eine, die verhindert hat, daß mich der eine oder andere mit Engelsstimmen bedauert. Ich habe einfach gewußt, daß ich losheulen würde, wenn das passiert. Und das war das Letzte, was ich wollte. Heulen und die Schwäche zugeben, die in mir war.
Sicher heute ist das anders. Ich habe vor Monaten angefangen mein neues Leben wirklich zu genießen und zu lieben. Und heute bin ich glücklich... heute bin ich wirklich stark...
Die wilde Rose - 9. Februar, 09:26
... auf den Tag genau.
Kaum zu glauben, aber heute ist es exakt ein Jahr her, daß mein Ex-Mann mich von vollendete Tatsachen stellte, mir meine Unfähigkeit in einer Beziehung zu leben vor die Füsse warf, auf meinen Gefühlen herumtrampelte und mir dann mitteilte, daß er die Scheidung einreichen würde und ich bis zum Monatsende ausziehen sollte.
Komisch, daß auch ein solches Datum so unauslöschlich in den Gedanken verhaftet bleibt wie ein wichtiger Geburtstag.
Der menschliche Geist ist schon eigenartig manchmal. Frag mich mal, was ich letzte Woche am Freitag gegessen habe, und ich werde es vermutlich nicht mehr 100%ig wissen.
Aber was vor genau einem Jahr passiert ist, ist so präsent als wäre es gestern gewesen. Jedes Wort, jeder Augenblick, jedes Gefühl.
Ich erinnere mich genau an die Tage danach, an meine Gefühle und Gedanken.
An meine Angst vor der Zukunft und die Entschlossenheit nach Vorne zu sehen.
Ein Jahr kann so viel Veränderung mit sich bringen... und das hat es auch.
Aber ich glaube, jetzt wäre es an der Zeit, daß es wieder ruhiger wird, daß mein Leben ein Weilchen wieder einfach so "dahinplätschert"...
Die wilde Rose - 8. Februar, 05:31