Bürowahnsinn

Donnerstag, 20. August 2009

Erkenntnis des Tages:

Ein Schlachtplant hält im Regelfall solange, bis man auf den Feind trifft.

In meinem Fall heißt das, ein Übersiedelungsplan hält nur solange, bis die Haustechnik ins Spiel kommt...

Wir übersiedeln mit dem Büro bereits am Montag... und damit wird es hier gerade hektisch. Kisten, die bis Mittwoch gepackt werden hätten sollen, müssen morgen fix und fertig sein.
Das heißt die Routinearbeit steht gerade hinten an...

Mist - dabei war ich bis vor 5 Minuten noch so entspannt...

Mittwoch, 19. August 2009

Unentspannt...

... ist so manche Kollegin im Moment.
Da wird gezickt, gekratzbürstet und gegiftet was das Zeug hält. Und warum? Richtig, weil der Umzug ins Haus steht, und die Anspannung und Aufbruchsstimmung ganz offensichtlich nicht jederfraus Sache ist.

Hätte nicht übel Lust die eine oder andere einmal kräftig durchzuschütteln. Mache ich aber natürlich nicht. Verschanze mich stattdessen in meinem halbleeren Büro (meine Kollegin sitzt schon im neuen Haus) und harre der Dinge, die da kommen mögen.

Es ist aber äußerst amüsant, zuzusehen und vor allem zu hören, was die Giftspritzen hier so von sich geben. (Eigentlich ist es ja eher traurig - aber Lachen ist gesünder als Weinen)
Noch witziger ist die Tatsache, dass gerade jene am lautesten schimpfen und schreien, die vom Umzug gar nicht betroffen sind... aber gut.

Nur für das Protokoll gebe ich nun etwas bekannt:
1) Ich habe nicht verlangt, dass da ein neues Bürogebäude errichtet wird.
2) Ich wurde nie (und zwar zu keiner Zeit) gefragt, ob ich übersiedeln will, oder gar welches Zimmer ich möchte.

Man stelle sich vor - die Verwaltung hat mich einfach davon in Kenntnis gesetzt, dass das Büro übersiedelt. Punkt. Aus.
Und wenn meine Kollegin und ich letzte Woche nicht heimlich still und leise ins neue haus geschlichen wären, dann wüßte ich noch immer nicht, wo ich untergebracht werde.

Ja, ich hatte ein Riesenglück. Meine neue Kollegin und ich habe das schönste Zimmer bekommen. (Was sicher Zufall war). Es ist hell und freundlich und ich glaube, dass ich mich darin schnell wohlfühlen werde. Aber ich konnte es mir nicht aussuchen. Genausogut hätte El Chefe das kleine Zimmer am anderen Ende des Ganges haben wollen, dann wäre ich im dunkelsten Raum gesessen. (Hier sieht man schon, wer es sich aussuchen konnte...) Hätte ich auch annehmen müssen..., weil mich fragt keiner.

Und so scheinen meine Kollegin und ich die einzigen zu zein, die noch relativ entspannt sind (zumal die Übersiedelung erst Mitte nächste Woche passieren wird).

So, das heißt, ich schreibe jetzt noch ein wenig - und dann fange ich mal damit an auszumisten und die ersten Kisten zu packen. Es gibt ja immer wieder Dinge, die man nur selten braucht. Und was erledigt ist, ist einfach erledigt...
Ich will ja auch weiterhin so entspannt bleiben, wie ich gerade bin.

Freitag, 14. August 2009

Das muss einfach mal gesagt werden...:

Ich bin sooooo unglaublich gut!!!

Donnerstag, 13. August 2009

Hab ich was nicht mitbekommen?

Vollmond war doch meines Wissens nach schon...?
Das Wetter ist nicht prickelnd - aber noch im akzeptablen Rahmen.
Ob es an den Sternschnuppenschauern liegt?

Aber hier spinnen echt alle!
Patienten, Ärzte,... alle sind sie heute völlig von der Rolle.

Den Sinn einer Akutliste...

...scheint den meisten Menschen irgendwie nicht ganz klar zu sein...

Ich arbeite ja in einem kleinen Krankenhaus.
Anders als die großen Häuser (ala AKH) sind wir kein Akutspital. Das heißt bei uns gibt es kein Kontingent von freien Betten, das jederzeit verfügbar ist, wenn jemand aufgenommen werden muss/will.
Wir sind ein reines Planspital. Das heißt wir planen unsere Aufnahmen bis zu 2 Monate im Voraus.

Trotzdem gibt es bei uns die Möglichkeit, dass die Wartezeit auf eine OP kürzer als normal ist.
Nämlich dann, wenn man zeitlich sehr flexibel ist.

Es kommt ja immer mal wieder (viel öfter, als man glauben möchte - gerade jetzt im Sommer) vor, dass Leute ihren Termin stornieren - meist relativ kurzfristig. Entweder aus einem wirklich trifftigen Grund (Sommergrippe, etc), oder viel öfter ,weil sie doch lieber auf Urlaub fahren möchten.

Darum führen wir eine Akutliste oder auch Einspringerliste. Auf diese Liste kann sich jeder Patient setzen lassen, der auf eine OP wartet und der folgende Kriterien erfüllt:
  • Er muss abgesehen von seinem OP-würdigen Problem gesund sein
  • Er darf keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen - oder muss das zur besseren Planung angeben.
  • Er muss in der Lage sein, jederzeit nach einem Anruf von uns quasi alles fallen zu lassen, um ins Krankenhaus zu kommen.
  • Es muss zwischen 9:00 und 16:00 Uhr erreichbar sein.
So weit so gut - diese Liste wird gerne und oft in Anspruch genommen, da die normale Wartezeit recht lang ist. Man muss ja bedenken, dass wir ein sehr kleines Haus mit begrenzten Betten und OPs sind.
Wenn ich dann allerdings die Leute auf dieser Liste anzurufen versuche, weil mir akut Leute ausgefallen sind und ich erreiche mal locker die Hälfte gar nicht, weil diverse Handys ausgeschalten sind, oder keiner daheim ist... da bin ich schon mal sauer.
Wenn mie die andere Hälfte - die ich erreicht habe - dann aber unisono erklärt, dass das jetzt gerade nicht geht, weil sie gerade am Strand liegen und ihren Urlaub genießen... dann bin ich geneigt, diese Leute allesamt von dieser Liste zu streichen.

Und ganz vorbei ist es dann, wenn man mir erklärt, dass man seelisch noch nicht auf diesen Eingriff eingestellt ist.
Dann darf man sich nicht auf diese Liste setzen lassen...

Habe gestern vor Zeugen über 2 Stunden nonstop telefoniert, wobei natürlich meine reguläre Arbeit unangetastet liegen bleiben musste... mit dem Erfolg dass ich keinen der beiden ausgefallenen Punkte ersetzen konnte...

*grrr*

Waaaah

Ich weiß genau, ich hatte mal einen Schreibtisch.
Ich bin mir ganz sicher...

Allerdings finde ich ihn aktuell gerade nicht - über nach haben sich ganz offensichtlich die Befunde und Schriftstücke darauf derartig vermehrt, dass ich meinen Tisch kaum noch erkennen kann.

Wenn man mich fragt:
Ich wäre für Zwangsverhütung - diese heimliche Vermehrung kann unmöglich gewollt sein. Also ich will das nicht.

Das heißt, ich werde jetzt mal meinen Tisch freischaufeln, und dann loslegen...
Ole´ Ole´

Montag, 23. März 2009

Unfassbar...

... mit was für Menschen man so konfrontiert wird. Ehrlich.
Ich glaube, dass ich von mir behaupten kann, dass ich doch recht verständnisvoll bin - gerade in der Arbeit. Ich sehe über so manchen Ausraster unserer Patienten hinweg, lasse mich anmaulen, versuche ruhig zu bleiben - weil ich mir denke: Das ist ein Mensch der Schmerzen hat, und sich somit in einer Ausnahmesituation befindet.

Aber manche Dinge entziehen sich dann doch völlig meinem Verständnis. Ich meine, wie schwachsinnig muss man eigentlich sein....
Aber ich glaube ich erzähle mal lieber die Geschichte dazu, vielleicht kann man mein Kopfschütteln dann verstehen.

Da gibt es eine Frau mittleren Alters. Sie denkt von sich selbst, dass sie sehr wichtig ist, weil ihr Mann Botschafter ist. Natürlich ist sie zusatzversichert.
Sie besteht auf eine Behandlung durch Spezialisten - was ihr gutes Recht ist (auch wenn ich voller Überzeugung sagen kann, dass unsere Spezialisten Kassenpatienten genauso gut und hingebungsvoll betreuen) . Allerdings ist sie der Meinung, dass unsere Spezialisten - im Konkreten unser Primar höchstselbst sie behandeln muss, und dass es absolut nicht einzusehen ist, dass sie (wie alle anderen Patienten) zu ihm in die Ordination geht.
Das geht aus mehreren Gründen für sie persönlich gar nicht.
  • Die Ordination ist in Niederösterreich (aber supergut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, und mit Chaffeur sowieso)
  • In der Ordination müßte sie sich einen Termin ausmachen - und das ist ja wohl unter ihrer Würde, immerhin müßte sie dann im Wartezimmer ausharren, und das zusammen mit anderen (igitt) Patienten
  • Und natürlich würde der Besuch in der Privatordination etwas kosten - und da sie wichtig ist, sollte man sie schon kostenlos behandeln.
Jetzt ist unser Primar aber (obwohl er manchmal cholerische Ausraster hat, die sehr unlustig sind) ein herzensguter und vor allem viel zu netter Mensch (wenn es um Patienten geht). Also hat er ihr das Angebot gemacht, dass sie am Freitag (also vergangenen Freitag) zu uns in Haus kommt, und er würde sie nach seinen Operationen ansehen.
Es ist ja so, dass unser Primar im Krankenhaus eigentlich nur im OP steht... aber bitte, er hat sich den Termin gesetzt.

Erstmal gab es Diskussionen, weil die Uhrzeit ja gar nicht ging, immerhin müsse auch ihr Mann (und der ist ja auch superwichtig) mit ihr ins Krankenhaus kommen (wir könnten sie ja sonst fressen...). Es wurde ich dann aber erklärt, dass es zu einer anderen Zeit nicht möglich ist, früher steht Chef im OP, danach muss er in die Ordination fahren, da dort seine Patienten warten.
Also gut -sie nimmt grummelnd und bereits schimpfend den Termin an.

Nur... am Freitag lief dann einige schief.
Eine OP hat unerwartet länger gedauert, und dann kam ein Anruf, der unseren Chef zu einer Not-OP rief. Was hätte er tun sollen? Er ist natürlich zur Not-OP gerast, und da die gute Dame ja noch nicht da war, bat er uns ihr bescheid zu geben. Mit einer Entschuldigung sollten wir ihr einen Ersatztermin heute morgen anbieten.

Das Gezeter war groß. Das wäre ja ungeheuerlich, und sicher keine Art mit Klassepatienten umzugehen. Die Sache mit der Not-OP war ihr völlig egal. Weil sie ist ja schließlich wichtig, und so hat ein anderer Mensch im Rollstuhl oder auf dem Friedhof zu landen. (Sie hat es etwas feiner ausgedrückt - aber das war gemeint. Ich dachte ich höre nicht richtig.
Und der Ersatztermin heute morgen, der geht ja mal überhaupt nicht. Weil wie kann man von ihr (da sie ja wichtig ist) erwarten bereits um 7:30 bei uns im Krankenhaus zu sein.

Frechheit und überhaupt.
Der Vorschlag, dass sie einer unserer (ebenfalls auf ihr Problem spezialisierten) Oberärzte ansieht und ihr erstmal weiterhilft wurde sofort abgeschmettert. Wie können wir auch erwarten, dass sich das Fußvolk um sie kümmern "darf"? Sie schrie und tobte noch ein wenig auf der Station, dann schrie, tobte und heulte sie ein wenig bei uns im Büro, und schließlich verließ sie mit wehenden Fahnen das Krankenhaus.
Aber sie hat dann nach einem Telfonat mit dem Stellverteter des Primars großzügig zugestimmt heute nach der ersten OP des Primars zu kommen.
(Zu lieb von ihr, oder?)

Naja und heute... wie gesagt. Der Primar hatte eine OP, und als er abschätzen konnte, dass diese sicher 30 Minuten länger als geplant dauern wird, mußte ich die Gute anrufen.
Ich betone das jetzt nochmal. Der Termin, den sie quasi zum Nulltarif und außerdem mit emotionaler Erpressung bekam sollte nicht abgesagt werden, sondern es ging lediglich um die Mitteilung, dass sie sich Zeit lassen sollten, da er 30 Minunten später stattfinden wird.

Dafür, dass die Gute bereits unterwegs war, und somit über eine Stunde VOR ihrem eigentlichen Termin angetanzt ist, kann niemand was. Aber sie wurde fuchsteufels wild, als ich ihr vorschlug, sie könnte in der Cafeteria einen Kaffee trinken - ich bot ihr sogar an, sie anzurufen, sobald die OP fertig war.
Was soll ich sagen - sie ging zwar in die Cafeteria, allerdings stand sie alle 10 Minuten bei mir im Büro. Und mit jedem Mal, wo ich ihr nichts anderes sagen konnte, als dass die OP noch laufen würde, wurde sie zorniger.
Und wieder mußte ich mir anhören, dass das keine Art wäre mit einem Klassepatienten umzugehen, noch dazu, wo sie doch wichtig wäre. Wieder Schreierei und gekünstelte Tränen.
Und dann hat die OP doch tatsächlich nicht 30 sondern 35 Minuten länger gedauert!!! Oh! Mein! Gott!
Das Gezeter war unmöglich. Und ich war froh, als der Chef mich dann angerufen hat, und ich sie zu ihrem Termin rufen konnte. Habe dann nichts mehr von ihr gesehen und gehört - und dafür war ich mehr als dankbar.

Ich hasse solche Menschen!
Das tue ich wirklich. Und zwar aus tiefstem Herzen.
Ich versuche immer Leuten nichts Schlechtes zu wünschen - aber bei solchen Leuten fällt mir das schwer. Die sind nämlich tatsächlich der Meinung, man müsse andere Leute vom Untersuchungstisch treten, damit sie darauf Platz nehmen können, oder solle andere verrecken lassen, nur damit man ihnen ein paar Tabletten verschreibt.

*Hass Hass Hass*

Freitag, 27. Februar 2009

Überstanden...

Über 3 Stunden hat es gedauert... das Gespräch.
Es war überraschend positiv...

Aber:

Es wird sich eine Menge für mich ändern.
Und das ab sofort...

Noch mehr Streß wartet auf mich.
Alles wird anders. Und doch wieder nicht.

Werde daher in Zukunft meinen Wordpressblog als "Arbeitsblog" nutzen, denke ich...

Montag, 4. August 2008

Der Wahnsinn hat mich wieder...

Hier hat sich nichts verändert...

Das Telefon läutet ohne Pause, und meist warten bis zu drei Anrufer in der Schleife, und irgendwie drehen hier gerade alle total durch.

Und die Erholung von zwei Wochen Urlaub geht irgendwie den Bach hinunter, auch wenn ich mich noch standhaft dagegen wehre mich von der allgemeinen Hektik und der vorherrschenden Miesepetrigkeit anstecken zu lassen.

Aber ich muß gestehen, ich freue mich schon darauf, wenn die Uhr erstmal 16:00 anzeigt, und ich nach Hause gehen darf. Möchte den ersten Arbeitstag ruhig ausklingen lassen...

Wahnsinn, du hast mich wieder.

Montag, 23. Juni 2008

Das muß am Wetter liegen...

Kann mit bitte jemand eine schlüssige Antwort auf folgende Frage geben?

Warum zu Geier buchen Menschen, die auf einen OP-Termin warten und über die Wartezeit informiert wurden, genau am Ende der zu erwartenden Wartezeit einen Urlaub???

So geschehen heute in geschätzten (über den Daumen gepeilten) 10 Fällen seit 7:00.
Jedes 2. Telefonat geht heute in die selbe Richtung.
Kann man den Termin nicht verschieben? So um ein paar Tage oder 2 Wochen?

Nein, das geht nicht - wir sind ein Planspital, das heißt wir planen alle Termine auf etwa 3-4 Monate im Vorhinein, daher auch die Wartezeiten.
Gut, der Termin ist rasch weitervergeben, es gibt ja eine ellenlange Liste mit Einspringern für solche Fälle.

Aber ich versteh den Gedankengang der Patienten einfach nicht.

Wenn ich in ein Krankenhaus gehe und man sagt mir, daß ich operiert werden soll und daß die Wartezeit von heute an ca. 4 Monate sind, dann gehe ich doch nicht am Heimweg in ein Reisebüro und buche mal eben in 4 Monaten einen Urlaub... *gna*

Kopf --> Tisch...
DAS muß einfach am Wetter liegen...

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