Tag für Tag

Dienstag, 22. Juli 2008

Happy Birthday to me

So, wieder ein Lebensjahr abgeschlossen.
Und wie jedes Jahr muß ich mit leichter Enttäuschung feststellen...:
Ich fühle mich nicht anders als gestern oder vor ein paar Wochen.

Von der von vielen Frauen so verhassten 30 bin ich ab sofort nur noch ein Jahr entfernt, bin aber guter Dinge, daß sich auch beim nächsten Geburtstag nichts gravierend ändern wird.

Es ist witzig... eigentlich fühle ich mich mit nunmehr 29 Jahren nicht anders, als ich mich an meinem 18 Geburtstag gefühlt habe, und wenn ich in den Spiegel sehe, dann sehe ich da auch keine großartige Veränderung.
Ich sehe mich immer noch oft als das junge Dinge, daß ich vor einigen Jahren war.

Wann kommt sie denn nun, die Erkenntnis, daß man älter wird?

Und wann stellt sich im Regelfall die Weisheit des Alters ein, die man Erwachsenen gerne zuspricht?

Ich habe meine Erfahrungen gemacht bisher - gute und weniger gute, Erfahrungen, an die ich mich sicher bis an mein Lebensende gerne zurückerinnern werde und welche auf die ich gut und gerne hätte verzichten können.
Und ich weiß, dass da noch viele weitere folgen werden.

Aber ich fühle immer noch das Kind in mir - kann mich stundenlang über ganz banale Dinge köstlich amüsieren und mit Freunden herumalbern, dass sich unbeteiligte Zuseher denken müssen, wir spinnen.

Kann es sein, dass diese ach so großen Veränderungen, von denen manche Menschen sprechen nur in deren Vorstellung existiert? Dass sie sich selbst die Albernheiten verbieten, die das Leben schön und lustig machen, sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben?

Ich auf jeden Fall werde den heutigen Tag genießen, und habe auch keine Angst vor dem nächsten Geburtstag.

Freitag, 18. Juli 2008

Urlaub!!!!

Ha!
Endlich ist er da... mein Sommerurlaub.
Leider tut das Wetter im Moment eher so, als wäre es schon November, aber das kann meine gute Laune nicht beeinträchtigen.

Heute fahre ich in den Tiergarten, hoffe darauf die Tigerbabys zu sehen und den kleinen Fu Long, und auch das Robbenbaby möchte ich besuchen...

Hach! Ich bin in Urlaubsstimmung :)

Dienstag, 15. Juli 2008

Wecker im Streik

Wah, ich laufe heute unrund...
Und schuld ist mein Wecker!

Habe einen Radiowecker, der bisher immer superbrav funktioniert hat. Gestern abend beim Hinlegen Weckercheck wie jeden Abend. Ja, Wecker eingeschalten, alles o.k.

Heute, wache ich 10 Minuten vor dem Weckerläuten auf. Beide Katzenkinder kuscheln mit mir. Ich beschließe bis zum Weckerläuten liegen zu bleiben, kraule meine Diva, lasse mich mit Küsschen vom Kleinen überhaufen.
Irgendwie döse ich so vor mich hin, und rutsche wieder in Richtung Traumland ab.

Und dann wird mir bewußt, dass da was nicht stimmen kann.
Ich habe ein mieses Zeitempfinden, aber die 10 Munten müßten doch eigentlich um sein, oder?

Ich werfe einen Blick auf den Wecker und werde schlagartig wach.
5:20 steht da. Vor 20 Minuten hätte der Wecker läuten sollen.
Das Licht, das signalisiert, daß der Wecker eingeschalten ist, leuchtet auch immer noch fröhlich. Nur... der Wecker schweigt mich an.

Ich springe auf, rase in die Küche. Katzenkinder bekommen ihr frühstück - gleich weiter abbiegen ins Bad.

Es geht sich alles super aus - auch so, aber ich mußte einen Zahn zulegen, und vom Gefühl her laufe ich jetzt unrund.

Morgen werde ich mir sicherheitshalber auch den Handywecker stellen. Und wenn mein Wecker wieder meint, daß er seiner Arbeit nicht nachkommen muß... ja dann ist es an der Zeit, daß sich unsere Wege trennen...

Samstag, 12. Juli 2008

Wochenende...

Staub ist gesaugt, Fenster sind geputzt, das Katzenklo ist sauber und mit neuem Sand befüllt, der Wochenendeinkauf ist auch erledigt.
Das Wochenende darf kommen...

Werde mich heute nachmittag mit Mama treffen und ein Eiskaffeechen schlürfen. Bei der Gluthitze kann man nicht viel anderes machen, oder?

Ich wünsche Euch ein schönes, sonniges Wochenende!

Freitag, 11. Juli 2008

Ich lebe in einem Irrenhaus...

...aber echt.
Ich möchte an dieser Stelle man eine kleine Auswahl von Eindrücken wiedergeben, die ich im vergangenen Jahr in dem Wohnhaus sammeln konnte, in dem ich nun mein kleines Wohnklo bewohne.
  • Tag der offenen Tür I
Dieses Haus hat eine Gegensprechanlage, für deren Instandhaltung der Mieter mitbezahlt. Nur gut, daß die so gut wie ungebraucht ist - denn die Eingangstür steht meist weit offen und ist fixiert. Hat wahrscheinlich was mit optimaler Belüftung des Stiegenhauses zu tun...
  • Tag der offenen Tür II
Die Tür zum kleinen Lichthof, in dem auch die Mülltonnen stehen, muß ebenfalls offen stehen, wie es mir scheint. Jetzt im Sommer eigentlich egal - aber im Winter beheizt man so den Lichthof gleich mit (was auch noch andere Gründe hat).
  • Tag der offenen Tür III
Irgendwie scheinen sich hier die meisten Mieter so gut zu kennen, daß sie in diversen Wohnungen ein und aus gehen. Und das trotz der extrem hohen Mieterrotation im Haus. Wenn man abends von der Arbeit kommt, herrscht im Stiegenhaus Highlife. Diverse Wohnungstüren stehen offen, und zwischen den Wohnungen flitzen Kinder und Erwachsene herum, die Essen von A nach B bringen (jeder hat sein Tellerchen mit). Ich muß darüber immer schmunzeln - weniger aber über den Geruch im Haus. Man kann sich vorstellen, daß das ganze Haus von einem Geruchsgewirr durchdrungen ist, das von diversen Speisen verschiedenster Herkunft herrührt...
  • Frischluftfanatiker mit Sommerallergie
Vermutlich, um den Gerüchen die Möglichkeit zu geben das Haus auch wieder zu verlassen, werden dann die Gangfenster aufgerissen. Und offen gelassen. Im Sommer weitgehend egal - aber im Winter trifft einem der Umschlag, wenn man seine beheizte Wohnung verläßt und im Stiegenhaus sofort die Außentemperatur spürt. Abgesehen davon sind die Wohnungstüren nicht dicht, und dadurch beheizt man das Stiegenhaus gleich mit - bzw. den Lichthof durch die offenen Fenster.
  • Kinderspielplatz Stiegenhaus
Ich kann verstehen, daß Kinder sich gegenseitig besuchen und miteinander Spielen. Ich finde es auch süß, wenn man die Kinder hört, wenn sie wo klingeln und schüchtern anfragen, ob die Freunde zu Hause sind und raus dürfen. Allerdings habe ich kein Verständnis dafür, da die lieben Kleinen mit einem Liftschlüssel ausgestattet sind und lachend mit dem Lift spazieren fahren (so zum Spaß stundenlang auf und ab) und dadurch den Lift blockieren, den man ja auch nur rufen kann, wenn man einen Schlüssel hat, und er gerade ungenutzt ist. Besonders doof, wenn man einkaufen war, und nun den vollen Einkaufswagen mit Katzensand und 6er Tragler Getränke (und einigen anderen Dingen) raufschleppen darf.
Noch weniger Verständnis kann ich aufbringen, wenn ebendiese lieben Kleinen am Sonntag um 6:00 morgens das Stiegenhaus zum Fußballplatz erklären, da die Eltern noch schlafen wollen.
  • Müllkippe Vordach
Ich wohne ja im 1. Stock - direkt unter meinem Fenster ist ein Vordach. (ca. 1,5 Meter tiefer). Und es ist interessant, was die Mieter über mir so via Fenster entsorgen. Zeitungen, Besteck, Kinderspielzeug - alles findet seine letzte Ruhestätte unter meinem Fenster.
  • Vampir mit botanischen Anwandlungen?
Ganz oben unter dem Dach lebt jemand der Blumen liebt. An den Fenstern sind Blumenkästen montiert, und davon eine Menge. (Auch die abgezupften Blüten und Blätter landen übrigens auf dem Vordach). Die dazugehörigen Fenster sind Sommer und Winter unter tags fest verschlossen. Die Wohnung ist von der anderen Straßenseite aus gesehen immer dunkel. Leben kommt scheinbar erst nachts in die Bude, wenn andere Menschen schlafen gehen. Da wird dann um 23:00 oder 23:30 erstmal ausgiebig gegossen (auch wenn es den ganzen Tag geregnet hat). Verwendet werden dazu geschätzte 100 Liter Wasser, die dann erstmal eine ganze Weile (bis weit nach Mitternacht) fröhlich runterplätschern und eine interessante Geräuschkulisse an meinen Fenstern und dem Fensterbrett gestalten.
  • Mein Fensterbrett - Aschenbecher für den Mieter über mir
Ich stehe abends auch mal gerne mit einer Zigarette am Fenster und betrachte die Wolken. Spricht ja auch nichts dagegen. Die Asche wird vom Wind weggetragen, und der Zigarettenstummel wird fachgerecht im Aschenbecher entsorgt. Nicht so beim Mieter über mir. Der hat da ein ganz anderes System. Und zwar das "Fallenlassen". Ist es windstill, landet der Rest noch glosend auf dem Vordach und gesellt sich zu den Überresten von inzwischen geschätzten 5 Packungen. Doch kaum regt sich ein kleiner Lufthauch - und hier gibt es kaum windstille Tage - ändert sich die Flugbahn der glühenden Reste, und sie landen mit einem doofen Geräusch auf meinem Fensterbrett. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ich das Fenster offen habe - hatte schon mal das Vergnügen einen glühenden Zigarettenrest von oben hinter dem Kratzbaum vorzufummeln, eher er ebendiesen in Brand stecken kann.
Auf keinen Fall ist es also ratsam, das Fenster zu öffnen und dann etwas abwegiges zu tun, wie etwa das Zimmer verlassen.

Was hat dieses Haus sonst noch zu bieten?
Ein Wettlokal, das den Geräuschpegel auch spät in der Nacht noch hebt, eine Bäckerei, die um knapp vor 6:00 beliefert wird, wobei der Fahrer Schlager in einer Lautstärke hört, die schlafende Mieter aus dem Bett fallen läßt. Ein Gewirr aus türkischer Musik und Techno...
Aber auch freundliche Gesichter.

Ich sag es ja... ich lebe in einem Irrenhaus.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Sommergrippe ist doof...

Man schwitzt bei 30°C und trotzdem ist einem kalt.
Mein Husten klingt, als würde ich in meiner Einzimmer-Wohnung einen Berner Sennenhund beheimaten.
Meine Nase kann sich nicht entscheiden, ob sie ausrinnen oder verstopfen will.

Aber dank einem ganzen Haufen Medikamente geht es mir den Umständen entsprechend gut, und so kann ich in unregelmäßigen Abständen aus dem Bett flüchten, und der Matratze und dem Polster Zeit geben um wieder zu trocknen.

Grippe ist blöd. Aber im Winter eingemummelt in eine Kuscheldecke und versorgt mit heißem Tee ist das viel einfacher zu überstehen, als im Sommer wo jeder Schluck heißer Tee Überwindung kostet...

So bleibt mir nur zu sagen:
Sommergrippe ist doof!

Montag, 30. Juni 2008

Krank...

Mist.
Es hat 30 Grad im Schatten, alle Welt geht Baden, die Ferien haben begonnen.
Und was gestern mit Halsschmerzen und einer verstopften Nase begonnen hat, hat sich über Nacht zu einer ausgewachsenen Verkühlung (fast bin ich geneigt Sommergrippe zu sagen) entwickelt.

Es wird meiner Kollegin nicht gefallen - meiner Chefin noch viel weniger...
Aber ich melde mich in knapp einer Stunde krank...

Nachtrag um 17:30
Mußte mir jetzt endgültig eine Hausärztin in der Nähe suchen - da ich nun wirklich Fieber habe, hatte ich keine Lust quer durch Wien zu meinem alten Arzt zu fahren.
Hatte Glück - gleich gegenüber ist eine Ärztin, die mich auch noch in ihre Kartei aufgenommen hat. Um 14:00 war ich bestellt - und wurde gleich wieder heimgeschickt mit den Worten. "Und ich glaube, sie wollen jetzt zu Hause noch ein wenig im Bett liegen, und um 16:45 wiederkommen." Ja.... beim kurzen Blick in das Wartezimmer wollte ich das. Mein Kreislauf hat es mir gedankt.

War dann nochmal drüben - und obwohl das Wartezimmer brechend voll war, mußte ich dann tatsächlich keine 10 Minuten warten. Das ist ja wirklich ein tolles System. Warum hat das mein alter Arzt nicht geschafft? Da saß man immer ewig und drei Tage.

Die Ärztin selbst ist sehr nett. Und ich war zwar nicht gerade glücklich, als ich dort auf die Waage steigen mußte, aber sie hat mir eine lange Moralpredigt erspart. Zum einen ist sie selbst leicht übergewichtig, und zum anderen meinte sie:
"Jetzt müssen sie erstmal gesund werden, und über das Gewicht reden wir ein anderes mal."

Wie ich es schon befürchtet hatte - mein Hals ist entzunden und meine Mandeln geschwollen (ja, die hab ich noch).
Meine Nase rinnt und verstopft (einen Schnupfen nannte sie das glaube ich im Fachchinesischen *fg*).
Und meine Lunge rasselt ein wenig. Aber wirklich nur ein wenig.

Gut, am Freitag darf ich dort wieder antanzen und in der Zwischenzeit heißt es Antibiotika schlucken, schleimlösende Grauslichkeiten trinken und brav im Bett bleiben. (Ja, ich bin kein Vorzeigepatient, weil ich schon beim PC sitze... aber das geht eh nicht lange, und im Bett war es so unerträglich warm...)
Gesundgeschrieben, und das hat sie mir mit ernstem Gesicht gesagt, werde ich von ihr erst wieder, wenn das Rasseln aus der Lunge weg ist - sie möchte keine Lungenentzündung riskieren.

Biberkacke (ja, ich mag die Serie Scrubs)...

Sonntag, 29. Juni 2008

Albtraum...

Bitte nicht lachen, ich weiß selbst daß mein heutiger Eintrag für Aussenstehende vermutlich skuril bis dämlich wirken muß. Aber ich hatte heute nacht einen so miesen, realen Albtraum, daß er mir immer noch in den Knochen sitzt. Niedergeschrieben sehe ich ja auch, daß es einfach ein dummer Traum war, und die Szenen wirken auch nicht mehr so bedrohlich wie heute nacht, aber trotzdem...

Ich war mit einem Menschen unterwegs der mir viel bedeutet. Wir gingen spazieren hier in Wien. Komisch - in meinem Traum verflossen die Bezirke ineinander, da waren Bauwerke, die es gar nicht hier gibt, und andere die ich seit meiner Kindheit kenne. Auf einer großen Brücken - wir sprachen gerade von Liebe, Kindern und Zukunftsplänen - wurden wir durch Lärm gestört der vom Himmel kam und immer lauter wurde.
Über unsere Köpfe hinweg flog ein Sportflugzeug. Es trudelte, fing sich wieder, dann schlingerte die Maschine wieder in der Luft. Uns war klar, daß der Pilot nie und nimmer irgendwohin kommen würde, wo eine sichere Landung möglich war.
Und richtig in diesem Moment kracht die kleine Maschine auch schon in ein Wohnhaus. Es war eines, das ist selbst kenne, das 22 Stockwerke hat, aber nicht an dem Ort steht, wo das Unglück in meinem Traum passiert ist.
Rauch und Feuer. Wir sind plötzlich sehr nahe am Geschehen und versuchen uns in Sicherheit zu bringen, weil brennende Metallteile und Glas auf die Straße regnen.
Im allgemeinen Chaos verliere die meinen Begleiter und irre durch Straßen, die mir völlig fremd sind.

Dann bin ich erstmal aufgewacht und konnte nur schwer wieder einschlafen. Die Bilder und vor allem die Geräusche waren immer noch in meinem Kopf und greifbar sobald ich die Augen zugemacht habe. Jetzt niedergeschrieben klingt der Traum fast harmlos - aber mein Herz raste und ich war richtig durcheinander beim Aufwachen.

Schließlich bin ich dann doch wieder eingeschlafen, und träumte vom heutigen Tag.
Ich wollte mich mit Freunden treffen (wie das heute der Fall ist), doch anstatt zu Fuß zu gehen, fuhr ich mit der U-Bahn, und kam schließlich am Stephansplatz an. (Dort muß ich heute überhaupt nicht hin, aber im Traum fühlte es sich richtig an.) Dort waren unzählige Menschen in Fußballtrikots. Die Stimmung war ausgelassen, man hörte Musik, die Menschen sagen Lieder. (Ich war seit Beginn der EM nicht mehr dort - aber so in etwa wird es dort wohl zugehen). Es war schon Abend, und auf Leinwänden wurde ein Fußballspiel übertragen. Da höre ich plötzlich ein Geräusch. Es wird immer lauter und schließlich sehen alle Menschen in den Himmel. Der Lärm ist fast unerträglich laut und dann schiebt sich ein Flugzeug ins Bild, das frontal in den Stephansdom rast und dabei noch die Dächer der umstehenden Häuser "mitnimmt".
Panik breitet sich aus. Und ich weiß, daß mein letztes Stündlein geschlagen hat, wenn ich jetzt nicht renne. Blöderweise kann ich nicht rennen - schon seit 10 Jahren nicht mehr, seit der mißlungenen Knie-OP. Aber ich versuche es. Panische Menschen ringsum, ein tosendes Meer von Körper, die sich in Bewegung setzen. Man wird ohnehin mehr mitgerissen, als das man selbst läuft.
Ich versuche auf den Beinen zu bleiben, während mir bewußt wird, daß der Dom einstürzt. Warum versucht eigentlich niemand sich in die U-Bahn zu retten? Alle Menschen versuchen ihr Glück in den Gassen ringsum, nur wenige suchen den Weg nach unten.
Ich schaffe es irgendwie zum Abgang und beeile mich die Stiegen nach unten. Mit mir gemeinsam kommen einige andere Leute auf die gleiche Idee. Ich stolpere und falle, kann mich aber vor den trampelnden Beinen retten.
Staub und Steine überall.
Die Menschen drängen in die Liftkabine, und als ich mich hochrapple sehe ich einen Mann der mir deutet, ich solle rasch ebenfalls einsteigen, ich laufe auf den Lift zu, bleibe dann aber stehen, weil ich ein ungutes Gefühl im Bauch habe. Und in diesem Moment stürzt die Liftkabine haltlos nach unten.
Ich will schreien und kann nicht, weiß aber daß ich den Menschen nicht mehr helfen kann. Ich muß weiter nach unten. Durch die Decke über mir dringt Lärm.

Ich renne zur Treppe und beeile mich nach unten zu kommen. Die Stiegen wollen kein Ende nehmen. Da stehe ich endlich am Bahnsteig. Menschen drängen sich dicht an dicht. Manche weinen, manchen steht der Schock ins Gesicht geschrieben. Ein Sonderzug der U-Bahn fährt ein und bringt uns alle weg aus der Gefahrenzone.

Dann bin ich wieder aufgewacht.
Keine Ahnung, warum ich sowas träume. Ich habe mir keine Horrorfilme angesehen oder entsprechende Bücher gelesen. Ich habe keine Doku über den 11. September 2001 gesehen. Nichts, was solche Träume verursachen könnte.

Und ich hasse das Gefühl, Träume in den Tag mitzunehmen - ich werde die Bilder und Gefühle einfach nicht los.
Ich sehe immer noch das Gesicht des Mannes vor mir, der mit dem Lift abgestürzt ist. So klar, als wäre es eine reale Erinnerung.

*wäh*

Donnerstag, 26. Juni 2008

Danke Deutschland! Danke Wettergott!

Es tut mir zwar leid für die zwei Menschen, die in der Fanzone verletzt wurden, als diese aufgrund des Sturmes und Gewitters geräumt wurde, aber...:

Danke für diese herrlich ruhige Nacht, die ich ohne das deutsche Fußballteam nicht gehabt hätte.
Danke an den Wettergott, der sich meiner Bitte, die türkischen Fans via Regen davon abzuhalten auf der Straße zu feiern, angenommen hat.

Als das Unwetter mit orkanartigen Ausmaßen über uns hinwegfegte, hoffte ich zwar, daß niemand ernstlich zu schaden kommt. Aber ich muß gestehen, daß ich es mir um 22:15 nicht verkneiffen konnte schadenfroh zu grinsen, als die türkischen Fans panisch in alle Richtungen flüchteten.
Denn als das erste Tor der Türken fiel hätte ich keinen Fernseher gebraucht - man hat es gehört.

Und als dann die ersten tieftodtraurigen Fans richtung Straßenbahn schlurften, ging ich mit den Worten "Danke Deutschland" ins Bett.
Jetzt ist mir der Rest der EM egal - weil ich trotzdem in der Nacht schlafen kann!

Samstag, 21. Juni 2008

Fragen und Feststellungen

Ich habe gestern nacht (oder auch heute früh) zwei Dinge feststellen müssen.
  • Oropax sind widerlich.
  • Rücksichtslose, türkische Fußballproleten sind lauter als alles, was Oropax filtern können.
Ich habe mir gestern - wie bereits angekündigt Oropax gekauft. 5 Euro für ein paar in Watte gepackte Wachskügelchen finde ich ziemlich heftig - aber was tut man nicht alles für eine ruhige Nacht, die man mit Schalf verbringen will. Habe mir dann sofort die Gebrauchsanweisung durchgelesen, ich will schließlich nicht lebenslang mit Wachs im Ohr rumlaufen.

Das Match gestern hat um 20:45 Uhr begonnen. Aber bereits um 17:00 war hier die Hölle los. Hupen, Brüllen und Klatschen, inzwischen eine gewohnte Geräuschkulisse, die aber immer noch gewaltig nervt. Erst um knapp nach 20:00 wurde es wieder etwas ruhiger. Vermutlich war das der Zeitpunkt, in dem alle Türken der Umgebung sich an den Orten eingefunden hatten, wo sie das Spiel sehen konnten/wollten. Die Straßen waren beinahe leer.

Ich hab ferngesehen, und mich gewundert, daß um 22:30 alles ruhig blieb - da hab ich dann doch den Sender gewechselt. 0:0 Spiel in der Verlängerung und bald vorbei. Da hab ich mir noch ins Fäustchen gelacht. Und ich gebe offen zu, ich - die ich Fußball hasse - habe gejubelt, als dann das Tor für Kroatien fiel.

Doch dann kam das, was ich nicht verstehe. Und vielleicht ist ja jemand unter meinen Lesern, die sich mit Fußball auskennen, und mir da was erklären können.
Die Kommentatoren im Stadion freuten sich bereits mit den Kroaten. Vermeldeten, daß dieses Tor die letzte Handlung in diesem Spiel war, da die Zeit nun um wäre. Die Mannschaft schien ebenfalls von einem Sieg auszugehen.

Nun meine Frage:
Wo kamen die zusätzlichen ca. 3 Minuten her, in denen die Türkei den Ausgleich schoß?

Naja, der Rest des Abends war nach dem Elfmeterschießen vorhersehbar...
Der Lärmpegel kann im Krieg nicht höher liegen.

Ich habe dann versucht, noch ein wenig fernzusehen - aber keine Chance, gegen die Hupen und das Gebrüll kam der Fernseher nicht an.
Ich habe dann beschlossen meine neuerworbenen Oropax einzuweihen und schlafen zu gehen.

Geschlafen habe ich aber nur stundenweise, und auch nicht wirklich gut. Zusätzlich erst ab ca. 3:00 morgens.
Es ist ein widerliches Gefühl, sich diese Wachsstöpsel in die Ohren zu stecken. Die Finger sind klebrig, das Wachs hat einen sehr eignen Geruch. Das Fremdkörpergefühl im Ohr ist schrecklich. denn anders als Watte im Ohr (daran kann sich jeder erinnern, der als Kind Ohrenschmerzen hatte), die weich ist und nach ein paar Minuten nicht mehr zu spüren ist, bleibt das Wachs ja realtiv starr.
Ungewohnt ist das "dumpfe Gefühl" das man nach dem Einsetzen hat. Werden die Geräusche der Umgebung erstmal gedämpft, aber der eigene Herzschlag ist wahnsinnig laut zu hören, und jedes Räuspern das einem einfleucht klingt wie ein Donnergrollen.

Und da lag ich dann. Beim Einsetzen der Dinger war es draußen gerade relativ ruhig gewesen. War vermutlich das Zeitfenster das die türkischen Fans gebraucht haben, um ihre Autos aufzusuchen. Weit entferntes Hupen, das schon von den geschlossenen Fenstern gefiltert wird, das man es ignorieren kann, hört man mit Oropax gar nicht mehr.
Wenn dann allerdings die "Party" direkt vor dem Schlafzimmerfenster steigt...

Wie gesagt trotz Oropax hatte ich das Gefühl, daß die A....löcher durch meine Wohnung kurven. Und vor 3:00 war an Schlaf nicht zu denken.
Um kurz vor 4:00 bin ich aus ganz seichtem Schlaf hochgeschreckt. Feuerwerkskörper direkt vor meinem Fenster. Danke! Ich hoffe, die haben wenigsten einem von euch den einen oder anderen Finger gekostet!
Habe dann dich Oropax entfernt, weil das große Hupkonzert vorbei war. Gelegentlich hupte noch jemand und hier und da war auch noch das Gegröhle zu hören, aber leise genug, um es zu ignorieren.

Konnte dann zumindest bis 9:00 Uhr noch schlafen.
Und nach dem Lesen der Morgenzeitung im Internet hätte ich da ein paar Ideen für all jene Politiker die für härtere Einwanderungsgesetzte sind (die ich inzwischen übrigens auch begrüßen würde) und für jene die so gesetzesverliebt sind. Da wären auch Ideen, dabei, die unsere leeren Kassen ein wenig auffüllen würden.
  • Alle, die in den diversen offiziellen und inoffiziellen Fanzonen heute nacht Randale gestartet haben, gleich zusammenfangen und ab ins Ursprungsland - egal ob Türken oder Kroaten.
  • All jenen die bis 4 Uhr morgens und länger hupend durch die Gegend gefahren sind, gleich saftige Bußgeldbescheide zuschicken. Wir haben ein Hupverbot und das gilt auch für Türken - selbst wenn sie das nicht wahrhaben wollen. Ich hätte da ein paar Kennzeichnen notiert.
  • Ich wäre auch dafür, daß die Fans ihren Dreck selbst entsorgen müssen. Wer bis spät in die Nacht feiern kann, der kann auch am frühen Morgen aufstehen, um den Dreck, den er am Abend einfach an Ort und Stelle hat fallen lassen, wieder aufzuheben. Weiters wäre ich dafür, daß dieses kollektive Aufräumen von Anfeuerungsrufen durch Mitarbeitern der MA 48 geschieht die mit eignen Fähnchen in Liegestühlen am Rand der Fanzonen sitzend zusehen dürfen - so hätten sie auch mal ein Spiel, das sie verfolgen können.
  • Eine andere Idee wären saftige Strafen für all jene, die ihren Müll einfach in der Menge entsorgen.
Ja, ich bin sauer. Die EM ist erst in der Halbzeit und immer wenn man denkt der Lärmpegel kann keine Steigerung mehr erfahren, wird man eines Besseren belehrt - zumindest dann, wenn die Türken spielen.
Und da wundern sie sich noch, daß sie unbeliebt sind wie nie zuvor?

Gesetze werden einfach ignoriert, Vorschriften unter den Tisch fallen gelassen. Türkische Fußballfans scheinen echt Narrenfreiheit zu haben - und DAS ist es, was mich so nervt.

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