Sonntag, 1. Juni 2008

Dieses Wetter...

...macht mich echt fertig.

Vom Euronen-Schock am Donnerstag habe ich mich schon ein wenig erholt, eigentlich hätte ich mir für 200 Euro gerne was anderes geleistet, aber man kann es halt nicht ändern. So habe ich das Geld einfach in meine Sicherheit investiert und kann mir sicher sein, daß meine Gastherme einwandfrei funktioniert.

Aber das Wetter spielt mir übelst mit.
Obwohl ich dick bin und man uns dicken gerne nachsagt, daß wir alle Bluthochdruck und ähnliche Beschwerden haben, tümpelt mein Blutdruck irgendwo an unteren Ende des normalen Meßbereiches herum. Das war schon immer so.
Und diese Hitze tut mir nicht gut. Der Kreislauf befindet sich irgendwo im Keller, und das wo ich doch im ersten Stock wohne.

Und mir ist elend heiß, weil meine kleine Wohnung Südlage hat und das Haus so steht, daß wirklich von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends die Sonne auf die Fassage knallt. Bei mir ist es bereits so warm in der Wohnung, daß mein PC sich nach spätestens einer Stunde notabschaltet. Gemessene 37 Grad hat es in meinem Zimmer. Da hilft nur ein Ventilator, der PC und meine Füsse anpustet, wenn ich was arbeiten will.
Bereits um 8:00 Uhr morgens hatte es heute 22 Grad, das verspricht wieder ein wahrer Hochsommertag zu werden.

Und das am 1. Juni.
Und alle Welt freut sich. In den Nachrichten kündigen die Wetterleute das Ganze als Sensation an. SO heiß war es im Mai noch nie.
Und alle Welt freut sich noch mehr, rennt in die Bäder, hat die Sommergarderobe bereits ausgemottet und wo man hin sieht Flip Flops, Sandalen und sehr wenig Stoff.

Daß diese Hitze Beweis dafür ist, daß unser Klima endgültig beim Teufel ist, interessiert im Sommerwahn scheinbar niemanden.
Wie war es denn noch vor ein paar Jahren?

Erst war Winter, da war es kalt (na na ned) und es lag Schnee.
Schnee kennen wir beinahe nur noch aus den Nachrichten, wenn die Skigebiete gezeigt werden. In Wien selbst hält sich die weiße Pracht in Grenzen.
Dann wurde es langsam wärmer. Ich erinnere mich daran, daß wir uns, als ich ein Kind war, immer feststellten, wenn wieder ein Grad mehr in der Vorschau gezeigt wurde. Wenn es von Minusgraden ganz langsam in den "warmen Bereich" ging.

Dann kam die Zeit, daß man die ganz dicke Winterjacke gegen eine etwas dünnere Winterjacke ersetzen konnte, weil es eben keine Minusgrade mehr hatte - und man begann sich darauf zu freuen, daß nun bald die "Übergangszeit" käme.
Erinnert sich noch jemand an diese Zeit im Jahr, die wir ursprünglich zwei mal hatten, und nach der wir sogar Jacken und Mäntel benannt hatten?
Es war die Zeit, in der man nur noch einen Pulli anhatte, aber eine dünne Jacke oder einen schönen Mantel darüber. Es war die Zeit in der die Natur erwachte und der milder werdene Frühling uns zum Spazierengehen einlud.
Und es war die Zeit in der Herbststürme unsere Drachen in den Himmel hob und wir beobachteten wie die Bäume langsam bunt wurden und schließlich die Blätter abwarfen.

Und zwischen dieser Übergangszeit lag dann der Sommer. Er begann meist zögerlich, aber jeden Tag wurde es ein wenig wärmer, bis schließlich Ende Juli, Anfang August, sein Höhepunkt erreicht war, wir Kinder nicht genug von Eis bekommen konnten, und da Ferien waren, eigentlich jede freie Minute im Schwimmbad - und da, wenn wir kein Eis gegessen haben - im Wasser zu finden waren.

Heute sieht das anders aus.
Nach dem Winter - was ein wirklich strenger Winter ist, wie ihn unsere Großeltern und zum Teil Eltern erlebt haben, das wissen wir Stadtkinder nicht mehr - der aktuelle Winter ist nicht mehr hart, aber hartnäckig und erweist uns die Ehre vom "Herbst bis in den Frühling hinein, kommt der "Vorsommer".
Das ist dann die Zeit, wo es heute 6°C hat, und morgen 20°C. Es ist die Zeit, wo man tagsüber nicht weiß, was man ausziehen kann, weil ja überall noch geheizt wird, und in der Nacht bzw. in der Früh wenn man in die Arbeit fährt sind die Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt angesiedelt.
Und weil man aus Prinzip falsch angezogen ist, und entweder morgens oder abends fast erfriert, oder mittags in der eigenen Soße gart wird man krank. Grippewelle heißt das Phänomen dann, und die Pharmaindustrie freut sich, da sie Riesenumsätze mit Grippemedikamenten macht.

Aber die Zeit dauert nicht lange, gerade lange genug um eine deftige Verkühlung zu haben. Und dann, von heute auf morgen ist er da. Der Hochsommer.
Er schleicht sich von hinten an, kommt völlig unvorbereitet. Gestern noch 15°C, heute schon doppelt so warm. Man sieht in den Öffis kleidertechnisch alles vom Wintermantel bis zum bauchfreien Top.
Und es kühlt auch nicht mehr ab.
Früher war es so, daß man selbst im Sommer eine leichte Weste mitnehmen mußte, wenn man abends draußen sein wollte. Gerade wenn man am Wasser unterwegs war. In der Nacht kühlte es ein wenig ab. Natürlich war es nicht kalt, aber man konnte durchatmen, die Fenster öffnen, und ... man konnte sich von der Hitze des Tages erholen.

Heute ist es nicht mehr so. Es ist nicht nur heiß, sondern auch schwül. Und in der Nacht fällt die Temperatur nicht mehr wirklich ab. Man bekommt nur warme Luft ab, wenn man das Fenster öffnet. Selbst der Wind gleicht mehr einem warmen Fön.
Erinnere ich mich an die letzten Tage ... Schlaf finden war Luxus, es war einfach zu heiß. Man hat ohnehin schon fast nichts mehr an, und die Decke liegt am äußersten Ende des Bettes und trotzdem schwitzt man ohne Ende. Und tagsüber hat man nur das Nötigste an, und man kann gar nicht so viel trinken, wie man schwitzt...

Und das im MAI!!!!
Das war früher die Zeit in der es ein paar wärmere Tage gab, an denen wir Kinder unsere Eltern angebettelt hatten, daß wir ein Eis bekamen. Wo man sich gefragt hat, wozu eigentlich die Bäder schon aufmachen, und wo nur die Jahreskartenbenutzer in ihren Liegen im Bad einsam und verlassen die frische Luft genossen haben.
(Meine Großeltern waren solche Leute, die dann im Jogginganzug in ihrer Liege auf der Liegewiese saßen. Oma hat gestrickt und Opa war Tischtennis spielen oder Kartenspielen - der frischen Luft wegen. Die Bademeister hatten sehr wenig zu tun, weil nur ein paar "Hardcoreschwimmer" sich in die kalten Fluten wagten.)

Ja, wir haben das Klima nachhaltig verändert.
Der Hochsommer schließt fast übergangslos an den Winter an, die Bäume verändern ihre Farbe spätestens im August... und mal sehen, vielleicht haben wir es in ein paar Jahren geschafft, daß wir Weihnachten bei 30° feiern können, und dafür in den Sommerferien skifahren gehen können...

Bild und Ton
Bürowahnsinn
Die Katzenkinder
Dies & Das
Gedanken
Glücksmomente
Motzecke
Stöckchen
Tag für Tag
Witziges
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren